Energiemonitoring im Smart Home: So findest du Stromfresser
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Die Stromrechnung kommt, und du fragst dich: Wer verbraucht hier eigentlich so viel? Der alte Kühlschrank? Die Standby-Geräte im Wohnzimmer? Oder doch die Wärmepumpe? Ohne Messung bleibt es bei Vermutungen.
Energiemonitoring im Smart Home beantwortet diese Fragen. Du misst den Verbrauch einzelner Geräte oder deines gesamten Haushalts, in Echtzeit, historisch und mit Automationen, die bei auffälligen Verbräuchen reagieren.
Die drei Ebenen des Energiemonitorings
Energiemonitoring funktioniert auf drei Ebenen, jede hat ihre Berechtigung:
Ebene 1: Einzelgeräte messen (Smart Plugs)
Die einfachste Methode. Du steckst einen Smart Plug mit Energiemessung (z. B. Shelly Plus Plug S, ca. 15 EUR) zwischen Steckdose und Gerät. Ab sofort siehst du den aktuellen Verbrauch, die Gesamtenergie und kannst Zeitverläufe analysieren.
Ideal für: Einzelne Verdachtsgeräte identifizieren, Kühlschrank, Gefriertruhe, Server, Waschmaschine, Trockner, Entertainment-Setup.
Ebene 2: Gesamtverbrauch messen (3-Phasen-Monitoring)
Mit einem Gerät wie dem Shelly 3EM (ca. 90 EUR) oder dem Shelly Pro 3EM misst du den Gesamtverbrauch deines Haushalts, direkt am Zählerkasten, auf allen drei Phasen. Du siehst in Echtzeit, wie viel dein Haushalt insgesamt verbraucht.
Ideal für: Gesamtübersicht, Erkennung von Grundlast, Monitoring der eigenen Solaranlage.
Ebene 3: Dynamischer Stromtarif (Tibber, aWATTar)
Mit einem Tibber Pulse oder einem vergleichbaren Sensor am digitalen Stromzähler kannst du deinen Verbrauch sekundengenau ablesen, und ihn mit dynamischen Stromtarifen kombinieren. Du verbrauchst Strom dann, wenn er günstig ist, und sparst automatisch.
Ideal für: Haushalte mit flexiblen Verbrauchern (Wärmepumpe, E-Auto, Geschirrspüler).
Die häufigsten Stromfresser im Haushalt
Bevor du anfängst zu messen, hier die üblichen Verdächtigen, basierend auf Durchschnittswerten deutscher Haushalte:
| Gerät | Typischer Jahresverbrauch | Jährliche Kosten (0,35 EUR/kWh) |
|---|---|---|
| Alter Kühlschrank (15+ Jahre) | 250–400 kWh | 88–140 EUR |
| Wäschetrockner | 200–400 kWh | 70–140 EUR |
| Gefriertruhe | 150–300 kWh | 53–105 EUR |
| Entertainment (TV, Konsole, Receiver) | 100–250 kWh | 35–88 EUR |
| Standby aller Geräte zusammen | 200–400 kWh | 70–140 EUR |
| Homeoffice-Setup (PC, Monitor, Router) | 300–600 kWh | 105–210 EUR |
Die meisten Menschen sind überrascht, wie viel der kombinierte Standby-Verbrauch ausmacht. 200–400 kWh pro Jahr nur für Geräte, die eigentlich „aus" sind, das sind bis zu 140 EUR, die du mit ein paar smarten Steckdosen und einer Abschalt-Automation einsparen kannst.
Energiemonitoring in Home Assistant einrichten
Home Assistant hat ein integriertes Energie-Dashboard, das deine Verbrauchsdaten visualisiert. So richtest du es ein:
Schritt 1: Sensoren hinzufügen
Jeder Smart Plug oder Energiesensor liefert eine kWh-Entity. In Home Assistant findest du sie unter Einstellungen > Geräte > [dein Gerät] > Entitäten. Suche nach der Entity, die „Energie" oder „Total Energy" heißt.
Schritt 2: Energie-Dashboard konfigurieren
Gehe zu Einstellungen > Dashboards > Energie. Dort kannst du einzelne Verbraucher hinzufügen (Smart Plugs), den Gesamtverbrauch (Shelly 3EM) und optional die Solarproduktion.
Schritt 3: Historische Daten analysieren
Nach ein paar Tagen siehst du Tages-, Wochen- und Monatsvergleiche. Du erkennst Muster: Welcher Wochentag verbraucht am meisten? Welches Gerät läuft nachts unnötig? Wo liegt die Grundlast?
Smarte Automationen zum Stromsparen
Messen alleine spart kein Geld. Erst die Kombination aus Monitoring und Automatisierung bringt echte Einsparungen:
Automation 1: Standby-Killer
Schalte Entertainment-Geräte (TV, Receiver, Konsole) per smarter Steckdosenleiste komplett ab, wenn der Fernseher aus ist. Trigger: TV-Leistung fällt unter 5 W → 5 Minuten warten → Steckdosenleiste aus.
Automation 2: Waschmaschine fertig
Waschmaschine an einer Shelly-Steckdose: Wenn die Leistung von >100 W auf <5 W fällt → Push-Nachricht „Waschmaschine fertig!" auf dein Handy.
Automation 3: Ungewöhnlicher Verbrauch
Wenn der Gesamtverbrauch nachts (23–06 Uhr) über 500 W steigt → Benachrichtigung. Damit erkennst du vergessene Geräte, eingeschaltete Herdplatten oder defekte Geräte.
Automation 4: Dynamischer Tarif nutzen
Wenn du einen dynamischen Stromtarif hast: Geschirrspüler und Waschmaschine per smarter Steckdose nur freigeben, wenn der aktuelle Strompreis unter dem Tagesdurchschnitt liegt.
Geräteempfehlungen nach Budget
Starter-Set (unter 50 EUR):
- 2–3 Shelly Plus Plug S für die größten Verbraucher
- Home Assistant Energy Dashboard für Auswertung
Fortgeschritten (100–150 EUR):
- Shelly Pro 3EM für Gesamtverbrauch am Zählerkasten
- 3–5 Smart Plugs für einzelne Geräte
- Home Assistant mit Langzeit-Datenbank (InfluxDB + Grafana für detaillierte Auswertungen)
Komplett-Setup (200–300 EUR):
- Shelly Pro 3EM + Tibber Pulse
- Smart Plugs an allen relevanten Verbrauchern
- Dynamischer Stromtarif mit automatischer Lastverschiebung
Energiemonitoring ist eine der wenigen Smart-Home-Investitionen, die sich durch direkte Einsparungen refinanziert. Du brauchst keine teure Ausstattung, ein paar Smart Plugs und ein Blick ins Home Assistant Energy Dashboard reichen, um die größten Sparpotenziale zu finden.
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