Shelly Plus Plug S im Praxistest: Smarte Steckdose mit Energiemessung
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Eine smarte Steckdose, die nicht nur schaltet, sondern auch den Stromverbrauch misst — das klingt nach einem idealen Einstieg in die Welt des Energiemonitorings. Die Shelly Plus Plug S verspricht genau das: Schaltfunktion, Verbrauchsmessung und offene Integration in einem kompakten Gehäuse.
Aber wie genau misst sie wirklich? Taugt die Steckdose für dauerhaftes Monitoring? Und wie gut funktioniert die Einbindung in Home Assistant? In diesem Praxistest findest du die Antworten.
Technische Daten im Überblick
Die Shelly Plus Plug S gehört zur neueren Plus-Generation von Shelly. Im Vergleich zum Vorgänger (Plug S ohne Plus) bringt sie einen stärkeren Prozessor, Bluetooth und eine verbesserte Firmware-Architektur mit.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Maximale Last | 2500 W (10 A) |
| Konnektivität | WiFi 802.11 b/g/n + Bluetooth 4.2 |
| Energiemessung | Leistung (W), Spannung (V), Strom (A), Energie (kWh) |
| Prozessor | ESP32 (Dual Core) |
| Protokolle | HTTP, MQTT, CoAP, Webhooks |
| Preis | ca. 14–17 EUR |
Einrichtung: Drei Wege zum Ziel
Die Shelly Plus Plug S lässt sich auf drei Arten einrichten. Welchen Weg du wählst, hängt von deinem Setup ab.
Weg 1: Shelly-App (Cloud)
Der einfachste Einstieg. Du lädst die Shelly-App herunter, erstellst ein Konto und fügst die Steckdose über Bluetooth hinzu. Die App führt dich Schritt für Schritt durch das WLAN-Setup. Nach der Einrichtung kannst du die Steckdose von überall steuern — über die Shelly-Cloud.
Weg 2: Lokale Weboberfläche (ohne Cloud)
Wenn du keine Cloud willst, geht es auch komplett lokal. Nach dem ersten Einschalten öffnet die Shelly einen eigenen WLAN-Hotspot. Verbinde dich damit, öffne 192.168.33.1 im Browser und konfiguriere das WLAN. Danach erreichst du die Steckdose über ihre lokale IP-Adresse im Heimnetz. Kein Account nötig, keine Cloud.
Weg 3: Home Assistant (automatische Erkennung)
Wenn du Home Assistant nutzt, wird die Shelly Plus Plug S in der Regel automatisch erkannt, sobald sie im Netzwerk ist. Unter Einstellungen > Geräte & Dienste erscheint eine Benachrichtigung. Mit einem Klick ist sie integriert — inklusive aller Sensoren für Leistung, Spannung, Strom und Gesamtverbrauch.
Energiemessung im Praxistest
Die spannendste Frage: Wie genau misst die Shelly Plus Plug S den Stromverbrauch? Um das zu prüfen, haben wir sie gegen ein geeichtes Referenz-Messgerät (Brennenstuhl PM 231 E) antreten lassen.
Testgerät 1: Schreibtischlampe (LED, 9 W)
Referenz: 8,7 W — Shelly: 8,9 W — Abweichung: +2,3 %
Testgerät 2: Laptop-Netzteil (65 W)
Referenz: 42,1 W (im Betrieb) — Shelly: 42,4 W — Abweichung: +0,7 %
Testgerät 3: Kaffeemaschine (1450 W Spitze)
Referenz: 1438 W — Shelly: 1429 W — Abweichung: -0,6 %
Testgerät 4: Standby eines Fernsehers
Referenz: 0,4 W — Shelly: 0,0 W — Abweichung: Nicht messbar
Im Bereich von 5 bis 2500 W liegt die Messgenauigkeit bei etwa 1–3 %. Für ein Gerät in dieser Preisklasse ist das ein sehr gutes Ergebnis. Du bekommst damit einen realistischen Überblick über den Verbrauch deiner Geräte — ausreichend genau, um Stromfresser zu identifizieren und Verbrauchsmuster zu erkennen.
Integration in Home Assistant
Die Shelly Plus Plug S gehört zu den am besten unterstützten Smart-Home-Geräten in Home Assistant. Die Integration funktioniert über die offizielle Shelly-Integration (kein HACS-Addon nötig).
Verfügbare Entitäten nach der Integration:
- Switch: Ein/Aus-Schalter für die Steckdose
- Sensor Leistung: Aktuelle Leistungsaufnahme in Watt (Aktualisierung alle paar Sekunden)
- Sensor Spannung: Netzspannung in Volt
- Sensor Strom: Stromstärke in Ampere
- Sensor Energie: Kumulierter Verbrauch in kWh
- Sensor Temperatur: Interne Gerätetemperatur
Besonders praktisch: Du kannst in Home Assistant den Energie-Dashboard nutzen und die Shelly-Steckdosen dort als individuelle Verbraucher eintragen. So siehst du im Tages-, Wochen- und Monatsverlauf, wie viel Strom jedes angeschlossene Gerät verbraucht hat.
Firmware und Updates
Shelly liefert regelmäßig Firmware-Updates für die Plus-Serie. Du kannst Updates entweder über die Shelly-App oder über die lokale Weboberfläche installieren. In Home Assistant wirst du ebenfalls benachrichtigt, wenn ein Update verfügbar ist.
Alternativ kannst du auch alternative Firmware wie Tasmota oder ESPHome flashen. Der ESP32-Chip macht das möglich. Damit verlierst du die offizielle Shelly-Unterstützung, gewinnst aber maximale Kontrolle und vermeidest jede Cloud-Kommunikation.
Vergleich mit Alternativen
Die Shelly Plus Plug S ist nicht die einzige smarte Steckdose mit Energiemessung. Hier ein kurzer Vergleich:
| Gerät | Energiemessung | Lokal steuerbar | Preis |
|---|---|---|---|
| Shelly Plus Plug S | Ja (ab 5 W) | Ja | ca. 15 EUR |
| TP-Link Tapo P110 | Ja | Eingeschränkt | ca. 15 EUR |
| AVM FRITZ!DECT 210 | Ja (sehr genau) | Ja (FRITZ!Box) | ca. 45 EUR |
| Tuya-Steckdose (generisch) | Teilweise | Nur mit Tuya Local | ca. 8 EUR |
Fazit: Für wen lohnt sich die Shelly Plus Plug S?
Die Shelly Plus Plug S ist eine hervorragende Wahl, wenn du einzelne Geräte messen und steuern willst — ohne dich an eine Cloud zu binden. Die Einrichtung ist einfach, die Home-Assistant-Integration vorbildlich und die Messgenauigkeit für den Preis bemerkenswert gut.
Kauf die Shelly Plus Plug S, wenn:
- Du den Stromverbrauch einzelner Geräte tracken willst
- Du Home Assistant oder eine andere lokale Plattform nutzt
- Du keine Cloud brauchst oder willst
- Du ein Budget unter 20 Euro pro Steckdose hast
Schau dich nach Alternativen um, wenn:
- Du Standby-Verbrauch unter 2 W messen musst (hier ist ein Profi-Messgerät besser)
- Du Geräte mit mehr als 2500 W schalten willst (z. B. Durchlauferhitzer)
- Du eine DECT-Lösung an deiner FRITZ!Box bevorzugst
Für den Preis von unter 17 Euro bekommst du ein erstaunlich vollständiges Werkzeug für dein Energiemonitoring. Die Shelly Plus Plug S bleibt eine unserer Top-Empfehlungen für den Smart-Home-Einstieg.
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