
WLAN, das einfach läuft.
90 Prozent aller WLAN-Probleme sind kein Bandbreiten-Mangel, sondern Kanalkonflikt, falsches Band (2,4 vs. 5 GHz) oder schlechte Router-Position. Rund 95 Prozent der deutschen Haushalte betreiben ein eigenes WLAN, im Schnitt hängen 2026 zwischen 12 und 18 Geräte gleichzeitig am Router. Erst messen, dann entscheiden — bevor du neue Hardware kaufst.
Ein moderner WiFi-6-Router liefert 1.200 Mbit/s netto am Klemmpunkt, am Endgerät kommen nach zwei Wänden und Mischbetrieb mit WiFi-5-Geräten oft nur noch 20 bis 40 Prozent davon an. Die häufigsten Symptome: Pings über 50 ms in Videocalls trotz schneller Glasfaser, Dead-Zones jenseits von zwei Massivwänden, Roaming-Drops in Mesh-Setups mit gemischten Standards.
Die Ursache liegt fast nie an der Bandbreite des Anschlusses, sondern an Kanalkonflikten — in Mehrfamilienhäusern teilen sich oft 15 und mehr Access Points die 13 Kanäle des 2,4-GHz-Bands. Ein Mesh-Set kostet 200 bis 700 Euro, ein Powerline-Adapter-Set 60 bis 150 Euro, ein Single-Band-Repeater 30 bis 80 Euro.
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Häufige Fragen
Wie messe ich realistischen WLAN-Speed?
Browser-Speedtests messen die ISP-Strecke, nicht dein WLAN. Für echten Durchsatz nimmst du iperf3 zwischen zwei Geräten im LAN/WLAN — das zeigt, was Router und Funk wirklich liefern. Mobile Alternativen: WiFiman (iOS/Android) und NetSpot (Mac/Windows) erstellen Heatmaps und decken Dead-Zones auf.
2,4 GHz oder 5 GHz — was wann?
5 GHz für Speed und Geräte mit Sichtkontakt zum Router (bis ca. 30 m frei, 5–10 m durch zwei Wände). 2,4 GHz für Reichweite und IoT-Geräte, die nur dieses Band sprechen. WiFi 6/6E lohnt nur, wenn deine Endgeräte den Standard ebenfalls unterstützen.
Mesh oder Repeater?
Single-Band-Repeater halbieren die Bandbreite, weil sie auf demselben Kanal empfangen und senden. Mesh-Systeme nutzen einen separaten Backhaul-Kanal und verlieren kaum Speed. Faustregel: ab 100 m² Wohnfläche oder mehr als zwei Stockwerken ist Mesh die saubere Lösung.
Welcher Kanal ist der beste für 2,4 GHz?
Im 2,4-GHz-Band überlappen sich die meisten Kanäle. Nutzbar ohne Überlappung sind nur 1, 6 und 11. Mit NetSpot, inSSIDer oder der WiFi-Analyzer-App scannst du die Nachbarkanäle und wählst den am wenigsten belegten.
Wie weit reicht WLAN realistisch?
Faustwerte bei -67 dBm (stabile Verbindung): 2,4 GHz schafft 30–50 m bei freier Sicht und 10–15 m durch zwei Standardwände. 5 GHz erreicht 20–30 m frei und 5–10 m durch Wände. 6 GHz (WiFi 6E) liegt bei 15–25 m frei.
Ist DFS-Radar im WLAN ein Problem?
Auf 5 GHz UNII-2 (Kanäle 52–144) müssen WLAN-Geräte Radarsignale erkennen und bei Detektion bis zu 30 Minuten auf dem Kanal schweigen. In Küstennähe und nahe Flughäfen passiert das regelmäßig. UNII-1 (Kanäle 36–48) ist DFS-frei und meist die stabilere Wahl.
Lohnt WiFi 7 schon?
Nein, außer du hast bereits WiFi-7-fähige Endgeräte. Für 95 Prozent der Setups reicht WiFi 6E. Multi-Link-Operation, der Hauptvorteil von WiFi 7, wirkt nur, wenn beide Seiten der Verbindung WiFi 7 sprechen.