Ratgeber/Shelly Plus H&T im Praxistest
Shelly Plus H&T im Praxistest

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Hinweis: Dieser Artikel ist ein unabhängiger Erfahrungsbericht. SmartHomePraxis hat das Gerät selbst gekauft und getestet. Es besteht keine Kooperation mit Shelly.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit gehören zu den Grunddaten eines Smart Homes. Ohne diese Werte lassen sich Heizungsautomationen, Lüftungssteuerungen und Schimmelwarnungen kaum vernünftig umsetzen. Der Shelly Plus H&T verspricht genaudas: Messwerte per WLAN, ohne Hub, mit langer Batterielaufzeit und einem E-Paper-Display. Drei Wochen lang haben wir ihn im Alltag getestet – hier sind die Ergebnisse.

Was kann der Shelly Plus H&T?

Der Shelly Plus H&T ist ein kompakter Sensor, der Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit misst. Er verbindet sich direkt per WLAN mit deinem Netzwerk und sendet die Daten an die Shelly-App oder an Drittplattformen wie Home Assistant. Das E-Paper-Display zeigt die aktuellen Werte direkt am Gerät an – praktisch, wenn du nicht immer das Smartphone zücken willst.

Technische Daten im Detail

Technische Daten
Messbereich Temperatur -10 °C bis +60 °C
Genauigkeit Temperatur ±0,5 °C (laut Hersteller)
Messbereich Luftfeuchtigkeit 0–100 % RH
Genauigkeit Luftfeuchtigkeit ±2 % RH (laut Hersteller)
Funkstandard WLAN 802.11 b/g/n (2,4 GHz) + Bluetooth
Stromversorgung 1× CR123A Batterie oder USB-C
Batterielaufzeit Bis zu 18 Monate (laut Hersteller)
Display E-Paper (zeigt Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Batteriestatus)
Abmessungen 65 × 65 × 28 mm
Preis (UVP) ca. 25–30 €
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Shelly Plus H&T — Temperatur- & Feuchtigkeitssensor

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Einrichtung

Die Einrichtung dauerte keine fünf Minuten. Batterie einlegen, Shelly-App öffnen, Gerät hinzufügen. Der Sensor taucht automatisch als neues Gerät auf und verbindet sich per WLAN. Raum zuweisen, fertig. Das Display zeigt nach wenigen Sekunden die ersten Messwerte an.

Integration in Smart-Home-Systeme

Der Shelly Plus H&T lässt sich in verschiedene Plattformen einbinden:

  • Shelly-App: Die hauseigene App zeigt Messwerte, Verlaufsdiagramme und erlaubt das Setzen von Szenen (z. B. Benachrichtigung bei Luftfeuchtigkeit über 65 %).
  • Home Assistant: Über die offizielle Shelly-Integration automatisch erkannt. Entities für Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Batteriestatus werden direkt angelegt.
  • MQTT: Für fortgeschrittene Setups kannst du den Sensor per MQTT an einen Broker anbinden. Das ermöglicht volle Kontrolle über Topics und Payloads.
  • Alexa und Google Home: Über die Shelly-Cloud-Anbindung nutzbar. Die Werte lassen sich per Sprachbefehl abfragen.
💡 Gut zu wissen: Wenn du Home Assistant nutzt, empfehlen wir die lokale Integration ohne Cloud-Anbindung. Der Sensor wird per mDNS im Netzwerk erkannt – das funktioniert schneller und ist unabhängig von Shellys Cloud-Servern. Falls die Cloud mal ausfällt, läuft dein System trotzdem weiter.

Messwerte im Alltag

Wir haben den Shelly Plus H&T drei Wochen lang in drei Räumen getestet: Wohnzimmer (geheizt, ca. 21 °C), Schlafzimmer (kühler, ca. 18 °C) und Keller (feucht, ca. 14 °C). Zum Vergleich hatten wir ein kalibriertes Referenz-Thermometer und ein Haarhygrometer aufgestellt.

Shelly plus ht praxistest — practical guide overview
Shelly plus ht praxistest

Temperaturgenauigkeit

Die Temperaturwerte wichen im Vergleich zum Referenz-Thermometer um maximal 0,3 °C ab – das liegt innerhalb der Herstellerangabe von ±0,5 °C und ist für einen Sensor in dieser Preisklasse sehr gut. Im Keller, wo die Temperatur stabiler ist, war die Abweichung sogar noch geringer (0,1–0,2 °C).

Luftfeuchtigkeitsgenauigkeit

Die Luftfeuchtigkeit zeigte Abweichungen von bis zu 3 % RH zum Referenzgerät. Im Wohnzimmer bei typischen 45–55 % RH war die Abweichung konsistent bei +2 %. Das reicht für Automationen (Lüften bei hoher Feuchte, Entfeuchter einschalten), ist aber nicht labortauglich. Für eine Schimmelwarnung im Keller, die bei 65–70 % RH auslösen soll, genügt die Genauigkeit vollkommen.

💡 Gut zu wissen: Im Batteriemodus sendet der Sensor Daten nur alle 10–15 Minuten. Für zeitkritische Automationen wie eine sofortige Lüftungssteuerung kann das zu langsam sein. Per USB-C liefert er nahezu Echtzeit-Daten im 60-Sekunden-Takt. Unser Rat: Für Räume mit aktiver Automation (Bad, Küche) den USB-C-Betrieb wählen. Für reine Überwachung (Schlafzimmer, Keller) reicht der Batteriemodus.

Was uns gefallen hat

  • Schnelle Einrichtung ohne Hub – in unter 5 Minuten einsatzbereit
  • Genaue Temperaturwerte (Abweichung unter 0,3 °C im Test)
  • Kompaktes, unauffälliges Design – fällt im Raum kaum auf
  • E-Paper-Display zeigt aktuelle Werte ohne Stromverbrauch
  • USB-C-Option für Dauerbetrieb mit höherer Aktualisierungsrate
  • Offene API und MQTT-Unterstützung für flexible Einbindung
  • Attraktiver Preis von 25–30 Euro pro Sensor

Was uns weniger gefallen hat

  • Langes Messintervall im Batteriemodus (10–15 Minuten)
  • WLAN-Verbindung bricht bei schwachem Signal gelegentlich ab – der Sensor reconnected zwar automatisch, aber in der Zwischenzeit fehlen Daten
  • CR123A-Batterien sind teurer als Standard-AA/AAA (ca. 3–5 Euro pro Stück)
  • Kein Bluetooth-Proxy-Support – der Sensor braucht direkten WLAN-Zugang
  • Display zeigt nur aktuelle Werte, keinen Trend oder Verlauf
Shelly plus ht praxistest — step-by-step visual example
Shelly plus ht praxistest
✅ Tipp: Wenn dein WLAN-Signal im Keller schwach ist, platziere einen WLAN-Repeater in der Nähe des Sensors. Alternativ: Nutze den USB-C-Anschluss zusammen mit einem kurzen USB-Verlängerungskabel, um den Sensor optimal zu positionieren – und habe gleichzeitig schnellere Messwerte.

Für wen eignet sich der Shelly Plus H&T?

Der Shelly Plus H&T ist die richtige Wahl für alle, die Raumklima-Daten in ihr Smart Home einbinden wollen, ohne einen zusätzlichen Hub zu kaufen. Konkret eignet er sich besonders für:

  • Schimmelprävention: Luftfeuchtigkeit im Keller, Bad oder Schlafzimmer überwachen und bei kritischen Werten (über 65 % RH) automatisch warnen oder einen Entfeuchter schalten.
  • Heizungsoptimierung: Raumtemperatur erfassen und mit smarten Thermostaten koppeln, um die Heizung nur bei Bedarf laufen zu lassen.
  • Lüftungssteuerung: In Kombination mit smarten Fensterkontakten oder Lüftungsanlagen die Raumluft automatisch regulieren.
  • Gewächshaus / Wintergarten: Temperatur und Feuchtigkeit überwachen, um Pflanzen optimal zu versorgen.

Wann du besser zu Alternativen greifst

Wer viele Sensoren braucht (5+), sollte stattdessen zu Zigbee-Sensoren greifen – die belasten das WLAN nicht und bilden ein eigenes Mesh-Netzwerk. Gute Alternativen sind der Aqara Temperature Sensor (ca. 15 Euro, benötigt Zigbee-Hub) oder der Sonoff SNZB-02D (ca. 10 Euro, ebenfalls Zigbee). Bei mehr als 10 WLAN-Geräten kann die Netzwerkstabilität leiden – insbesondere bei günstigeren Routern.

Unsere Einschätzung 7,5 / 10

Solider WLAN-Sensor mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Ideal als Einstiegsgerät oder für Setups mit wenigen Sensoren (1–4 Stück). Die USB-C-Option macht ihn vielseitig – im reinen Batteriebetrieb ist das lange Messintervall aber ein Nachteil für zeitkritische Automationen. Für größere Sensor-Flotten empfehlen wir Zigbee-basierte Lösungen.

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