Ratgeber/Synology DS723+ im Test: Power-NAS für Enthusiasten
Synology DS723+ im Test: Power-NAS für Enthusiasten

Synology DS723+ im Test: Power-NAS für Enthusiasten

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SynologyNASDS723+HeimserverSpeicher

Die Synology DS723+ ist ein 2-Bay-NAS, das sich bewusst nicht über die Zahl der Laufwerksschächte, sondern über Leistung und Erweiterbarkeit definiert. Wer normalerweise zu einem 4-Bay-Gerät greifen würde, weil er Performance-Reserven braucht, findet hier eine kompaktere Alternative, die per Zusatzoptionen deutlich mehr kann, als zwei Schächte vermuten lassen. Genau das macht sie zum Sonderfall im Synology-Portfolio.

Warum ein 2-Bay-NAS für Enthusiasten?

Die meisten 2-Bay-Modelle bei Synology sind Einsteiger- oder Consumer-Geräte für Backup und Medienablage. Die DS723+ gehört ausdrücklich in die „Plus"-Reihe, also die Business- und Prosumer-Klasse. Der Unterschied liegt weniger in der Bay-Anzahl als in der Ausstattung: ein leistungsfähigerer Prozessor, erweiterbarer Arbeitsspeicher und Schnittstellen, die man in dieser Baugröße selten findet.

Für viele Anwender ist die Zahl der Schächte ohnehin überbewertet. Zwei Laufwerke im gespiegelten Verbund (RAID 1) liefern solide Ausfallsicherheit, und wer mehr Kapazität braucht, kann bei diesem Modell über eine Erweiterungseinheit nachrüsten. Die DS723+ richtet sich damit an Nutzer, die Rechenleistung und schnelle Anbindung höher gewichten als reine Schacht-Kapazität.

Synology ds723 plus test: practical guide overview
Synology ds723 plus test

Typische Zielgruppen sind technikaffine Privatanwender mit anspruchsvollen Workloads, Foto- und Videoschaffende sowie kleine Büros und Home-Offices, in denen mehrere Personen gleichzeitig auf Daten zugreifen. Auch als Virtualisierungs- oder Container-Host für ein paar Docker-Dienste ist die Baureihe konzipiert.

Die Erweiterungs-Optionen als Kernargument

Das eigentliche Verkaufsargument der DS723+ sind ihre Ausbaumöglichkeiten. Zwei M.2-NVMe-Steckplätze erlauben es, SSDs entweder als Lese-Schreib-Cache oder — je nach DSM-Version und Konfiguration — als eigenständigen Speicherpool zu nutzen. Das beschleunigt Zugriffe auf häufig genutzte Daten spürbar, ohne einen der beiden Haupt-Schächte zu belegen.

Dazu kommt eine optionale 10-Gigabit-Netzwerkkarte. Damit lässt sich die Anbindung weit über den Standard-Gigabit-Anschluss hinaus skalieren — vorausgesetzt, das restliche Netzwerk (Switch, Client, Verkabelung) spielt mit. Für Nutzer, die große Dateien schieben, ist das der Hebel, der ein 2-Bay-Gerät plötzlich in Performance-Regionen bringt, die man sonst nur teureren Modellen zutraut.

Synology ds723 plus test: step-by-step visual example
Synology ds723 plus test
⚠️ Achtung: 10GbE bringt nur dann echten Mehrwert, wenn die gesamte Kette darauf ausgelegt ist. Ein einzelner Gigabit-Switch dazwischen begrenzt die reale Geschwindigkeit. Plane das Netzwerk mit, bevor du in die Karte investierst.

Auch der Arbeitsspeicher ist erweiterbar. Laut Hersteller lässt sich der RAM aufrüsten, was vor allem bei Virtualisierung, mehreren parallelen Diensten oder speicherhungrigen Paketen aus dem DSM-Paketzentrum hilft. Die genauen unterstützten Modulgrößen solltest du vor dem Kauf in der aktuellen Kompatibilitätsliste von Synology prüfen.

Software: DSM als Stärke

Wie alle aktuellen Synology-Geräte läuft die DS723+ unter DiskStation Manager (DSM), dem hauseigenen Betriebssystem. DSM ist einer der Hauptgründe, warum viele überhaupt zu Synology greifen: die Oberfläche ist aufgeräumt, das Paketzentrum deckt von Backup über Foto-Verwaltung bis hin zu Container-Diensten ein breites Spektrum ab, und die Rechteverwaltung ist für kleine Teams gut handhabbar.

Für Enthusiasten sind vor allem die Virtual Machine Manager- und Container-Funktionen interessant. Die DS723+ ist von der Leistungsklasse her darauf ausgelegt, einige leichtgewichtige VMs oder Docker-Container parallel laufen zu lassen. Wie viel konkret möglich ist, hängt von RAM-Ausbau und der Art der Dienste ab — hier gilt: lieber Reserven einplanen.

Synology ds723 plus test: helpful reference illustration
Synology ds723 plus test

Technische Einordnung im Überblick

MerkmalEinordnung
Formfaktor2-Bay-Desktop-NAS (3,5"/2,5"-Laufwerke)
KlassePlus-Reihe (Business/Prosumer)
BetriebssystemSynology DSM
M.2-NVMeZwei Steckplätze (Cache oder Speicherpool, je nach Konfiguration)
10GbEoptional per Erweiterungskarte
RAMerweiterbar (Modulgrößen laut Herstellerliste prüfen)
Kapazitätsausbauüber Erweiterungseinheit möglich

Exakte Werte zu Prozessor, Taktraten, Durchsatz und Leistungsaufnahme ändern sich je nach Revision und Firmware und lassen sich seriös nur am aktuellen Datenblatt ablesen. Nimm die Tabelle als Orientierung, nicht als Messprotokoll. Wer konkrete Übertragungsraten plant, sollte zusätzlich bedenken, dass die tatsächliche Geschwindigkeit im Alltag stark von den eingesetzten Festplatten, der RAID-Konfiguration und dem Netzwerk abhängt — das schnellste NAS bringt wenig an einem langsamen Client.

Laufwerke, RAID und Backup-Strategie

Bei einem 2-Bay-Gerät bewegt man sich zwischen zwei sinnvollen Betriebsarten. In RAID 1 werden beide Festplatten gespiegelt: Fällt eine aus, laufen die Daten auf der zweiten weiter, und du tauschst das defekte Laufwerk im laufenden Betrieb. Das kostet die Hälfte der Bruttokapazität, ist aber die naheliegende Wahl für alle, denen ihre Daten wichtig sind. Alternativ lassen sich beide Platten als ein großes Volume (RAID 0 oder Synology Hybrid RAID) zusammenschalten — mehr Platz, aber ohne Ausfallreserve.

Wichtig ist die Erkenntnis, dass ein NAS-RAID kein Backup ersetzt. Ein gespiegelter Verbund schützt vor einem Plattenausfall, nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware oder einem Blitzschlag, der das ganze Gerät trifft. Die DS723+ bringt über DSM die passenden Werkzeuge mit, um zusätzlich auf eine externe Platte, ein zweites Synology-Gerät oder in einen Cloud-Speicher zu sichern. Erst diese Kombination aus RAID plus echtem Backup ergibt eine belastbare Datenstrategie.

Beim Kauf der Festplatten lohnt sich der Blick in die Kompatibilitätsliste. Synology gibt für jedes Modell freigegebene Laufwerke an; besonders bei den NVMe-Slots ist die Auswahl teils enger als bei klassischen 3,5-Zoll-Platten. Setze idealerweise auf für den NAS-Dauerbetrieb ausgelegte Laufwerke statt auf reine Desktop-Platten.

Synology ds723 plus test: detailed close-up view
Synology ds723 plus test

Einrichtung und Alltag

Die Ersteinrichtung läuft über einen Assistenten im Browser: Laufwerke einsetzen, DSM installieren, Speicherpool und Freigaben anlegen, Nutzerkonten einrichten. Für jemanden mit IT-Grundwissen ist das eine Sache von einer knappen Stunde. Danach steht das Gerät als zentraler Speicher im Netzwerk bereit und lässt sich Schritt für Schritt um Dienste erweitern — von der Foto-Bibliothek über die Backup-Zielablage bis zum eigenen kleinen Server für Notizen oder Dokumente.

Im laufenden Betrieb punktet die Baureihe mit Reserven. Wo günstigere 2-Bay-NAS schon bei mehreren gleichzeitigen Zugriffen oder einem parallel laufenden Backup-Job ins Stocken geraten, hat die DS723+ mehr Luft. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn mehrere Personen im Haushalt oder Büro zeitgleich auf Dateien zugreifen oder wenn im Hintergrund Container-Dienste arbeiten.

Für wen sich die DS723+ eignet — und für wen nicht

✅ Passend, wenn:
  • du Performance und schnelle Anbindung über die Schacht-Zahl stellst
  • du NVMe-Cache oder 10GbE nachrüsten willst
  • du ein paar Container/VMs für Home-Office oder kleines Büro brauchst
  • dir gespiegelte Ausfallsicherheit (RAID 1) genügt
✋ Eher nicht, wenn:
  • du von Anfang an große Kapazität mit vielen Laufwerken brauchst — dann ist ein 4-Bay-Modell sinnvoller
  • du ein reines Backup-Ziel ohne Leistungsanspruch suchst — dafür gibt es günstigere Einsteiger-NAS
  • du keine Erweiterungen planst — dann verschenkst du das Kernargument des Geräts

Wichtig zur Abgrenzung: Verwechsle die DS723+ nicht mit den reinen Consumer-„Plus"-Modellen mit ähnlichem Namensschema. Die Kombination aus zwei NVMe-Slots, optionalem 10GbE und RAM-Erweiterung ist genau das, was sie von den einfacheren 2-Bay-Geräten unterscheidet — und was ihren Aufpreis rechtfertigt.

Fazit

Die Synology DS723+ ist kein Massenspeicher, sondern ein Performance-orientiertes 2-Bay-NAS für Nutzer, die wissen, was sie wollen. Wer NVMe-Beschleunigung, 10GbE-Potenzial und RAM-Reserven nutzt, bekommt in kompakter Bauform ein Gerät, das leistungsmäßig weit über dem liegt, was zwei Schächte auf den ersten Blick versprechen. Wer dagegen nur Kapazität sucht, ist mit einem klassischen 4-Bay-Modell besser bedient.

💡 Hinweis: Specs, Preise und Verfügbarkeit ändern sich — prüfe die aktuellen Herstellerangaben und einen Preisvergleich, bevor du kaufst. Stand: 2026.
🧭Teil unseres Themen-Hubs: NAS & Netzwerkspeicher

Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 30. Juli 2026.

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