Gesichtserkennung auf dem NAS: Synology Photos, Immich und PhotoPrism
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Google Fotos erkennt Gesichter mit einer Trefferquote von ĂŒber 95 Prozent, analysiert dafĂŒr aber jedes einzelne deiner Bilder auf Google-Servern in den USA. Wer volle Kontrolle ĂŒber seine Fotos behalten will, findet mit Synology Photos, Immich und PhotoPrism drei leistungsfĂ€hige Alternativen, die Gesichtserkennung komplett lokal auf dem NAS ausfĂŒhren. Kein Foto verlĂ€sst dein Heimnetzwerk, keine KI eines Drittanbieters sieht deine Familienbilder.
Drei Lösungen im direkten Feature-Vergleich
| Feature | Synology Photos | Immich | PhotoPrism |
|---|---|---|---|
| Gesichtserkennung | Ja (proprietÀr) | Ja (ONNX/InsightFace) | Ja (TensorFlow) |
| Objekt-/Szenen-Tags | Ja | Ja (CLIP) | Ja (TensorFlow) |
| Smartphone-App | Ja (iOS/Android, sehr gut) | Ja (iOS/Android, gut) | PWA (Browser-basiert) |
| Auto-Upload vom Handy | Ja (Hintergrund) | Ja (Hintergrund) | Nein (manuell/WebDAV) |
| RAW-Support | Ja (Vorschau) | Ja (Vorschau + Konvertierung) | Ja (Vorschau + Konvertierung) |
| Video-Support | Ja | Ja (inkl. Transcoding) | Ja (eingeschrÀnkt) |
| Geteilte Alben | Ja | Ja | Ja (Links) |
| Installation | DSM Paketzentrum | Docker Compose | Docker Compose |
| Open Source | Nein | Ja (AGPL-3.0) | Ja (AGPL-3.0) |
| Preis | Kostenlos (nur Synology) | Kostenlos | Kostenlos (Essentials), Pro ab 8 EUR/Monat |
| Hardware-Bindung | Nur Synology NAS | Jedes System mit Docker | Jedes System mit Docker |
Synology Photos: Die Komfort-Lösung
Wie die Gesichtserkennung arbeitet
Synology Photos nutzt eine proprietĂ€re KI-Engine, die direkt im DSM-Paket integriert ist. Nach der Aktivierung unter Einstellungen â Erweitert â Gesichtserkennung beginnt die automatische Indexierung aller Fotos im persönlichen und gemeinsamen Bereich. Die Erkennung lĂ€uft als Hintergrundprozess mit niedriger CPU-PrioritĂ€t, sodass andere NAS-Dienste nicht beeintrĂ€chtigt werden.
ErkennungsqualitÀt und Performance
- Trefferquote: Circa 85â90 Prozent bei frontalen PortrĂ€ts, schwĂ€cher bei Profilansichten und Kindern unter 3 Jahren
- Indexierungsgeschwindigkeit: DS224+ (Intel Celeron J4125): ca. 8â12 Stunden fĂŒr 30.000 Fotos, DS723+ (AMD Ryzen R1600): ca. 4â6 Stunden
- RAM-Bedarf: Mindestens 4 GB empfohlen, mit 2 GB ab Werk spĂŒrbar langsamer
- LernfĂ€higkeit: Wird besser mit jeder manuellen BestĂ€tigung, nach 50â100 bestĂ€tigten Zuordnungen pro Person steigt die Genauigkeit deutlich
Vorteile und Grenzen
Die gröĂte StĂ€rke: Null Konfigurationsaufwand. Installation, Aktivierung, fertig. Die mobile App ist ausgereift, der Auto-Upload zuverlĂ€ssig, geteilte Alben funktionieren intuitiv. Die EinschrĂ€nkung: Nur auf Synology-Hardware verfĂŒgbar, und die KI-Engine ist nicht so fortschrittlich wie bei Immich oder Google.
Immich: Die Open-Source-Referenz
Wie die Gesichtserkennung arbeitet
Immich nutzt InsightFace (ArcFace-Modell) via ONNX Runtime fĂŒr die Gesichtserkennung und OpenAI CLIP fĂŒr Objekt- und Szenenklassifizierung. Beide Modelle laufen als Machine-Learning-Container (immich-machine-learning) neben dem Hauptserver. Die Erkennung ist deutlich fortschrittlicher als bei Synology Photos und kommt in Benchmark-Tests nah an Google Fotos heran.
ErkennungsqualitÀt und Performance
- Trefferquote: Circa 90â95 Prozent, auch bei schwierigen Winkeln und wechselnden LichtverhĂ€ltnissen
- Indexierungsgeschwindigkeit: Intel Celeron J4125: ca. 15â20 Stunden fĂŒr 30.000 Fotos (ML-Container CPU-intensiv), mit NVIDIA GPU: ca. 2â4 Stunden
- RAM-Bedarf: Mindestens 4 GB fĂŒr den ML-Container, 8 GB+ empfohlen fĂŒr flĂŒssigen Betrieb parallel zu anderen Diensten
- CLIP-Suche: Ermöglicht natĂŒrlichsprachliche Suche wie "Hund am Strand" oder "rotes Auto", deutlich mĂ€chtiger als tag-basierte Suche
Installation auf dem NAS
Immich wird als Docker-Compose-Stack mit 5â6 Containern installiert: Server, Machine Learning, Redis, PostgreSQL, optional Microservices und Reverse Proxy. Auf einem Synology DS224+ oder QNAP TS-264 funktioniert die Installation ĂŒber den Container Manager bzw. Container Station. Detaillierte Docker-Compose-Dateien findest du in der offiziellen Immich-Dokumentation (immich.app/docs).
âą CPU: Intel Celeron N5105 oder AMD Ryzen R1600 (Minimum), Intel Core i3/i5 (optimal fĂŒr groĂe Bibliotheken)
âą RAM: 8 GB (Minimum), 16 GB empfohlen bei 50.000+ Fotos
âą Speicher: SSD-Cache fĂŒr die PostgreSQL-Datenbank beschleunigt die Suche erheblich
âą Optional: NVIDIA GPU (z. B. in TrueNAS/Unraid-Builds) fĂŒr 5â10Ă schnellere ML-Verarbeitung
PhotoPrism: Der KI-Pionier mit EinschrÀnkungen
Wie die Gesichtserkennung arbeitet
PhotoPrism nutzt TensorFlow Lite fĂŒr Gesichtserkennung und Objektklassifizierung. Das Projekt war einer der ersten Open-Source-Dienste mit lokaler KI-Fotoanalyse. Die Erkennung umfasst Gesichter, Objekte, Farben und automatische Kategorisierung. Die ErkennungsqualitĂ€t liegt zwischen Synology Photos und Immich.
ErkennungsqualitÀt und Performance
- Trefferquote: Circa 80â85 Prozent bei Gesichtern, gut bei Objekterkennung und Szenenklassifizierung
- Indexierungsgeschwindigkeit: Vergleichbar mit Immich, etwas langsamer bei der Gesichtserkennung
- RAM-Bedarf: 4 GB Minimum, 8 GB empfohlen
- Besonderheit: Kartenansicht mit GPS-Daten, automatische Farberkennung, Integration mit WebDAV fĂŒr externen Upload
EinschrÀnkungen
PhotoPrism hat keine native Smartphone-App, nur eine PWA (Progressive Web App), die im Browser lÀuft. Der automatische Foto-Upload vom Smartphone erfordert Drittanbieter-Tools wie Photosync oder FolderSync. Einige Features wie erweiterte Suche und RAW-Konvertierung sind der Pro-Version (ab 8 EUR/Monat oder 99 EUR/Jahr) vorbehalten. Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist langsamer als bei Immich.
Welche Lösung passt zu dir?
- Synology Photos: Wenn du ein Synology-NAS besitzt und eine sofort funktionierende Lösung ohne Docker-Konfiguration willst. Beste Smartphone-App, einfachste Einrichtung, solide Gesichtserkennung.
- Immich: Wenn du die beste Open-Source-Gesichtserkennung mit CLIP-Suche willst und bereit bist, Docker zu nutzen. Funktioniert auf jedem NAS mit Docker-Support (Synology, QNAP, TrueNAS, Unraid). Die aktivste Entwickler-Community aller drei Projekte.
- PhotoPrism: Wenn du bereits einen Docker-fÀhigen Server hast und eine ausgereifte Lösung mit guter Kartenansicht und Farbanalyse suchst. Weniger geeignet als primÀre Foto-App ohne native Mobile-App.
Hardware-Anforderungen fĂŒr lokale KI-Erkennung
Die lokale Gesichtserkennung ist deutlich rechenintensiver als Cloud-Lösungen, weil die gesamte ML-Verarbeitung auf deiner NAS-CPU stattfindet. Hier die konkreten Hardware-Empfehlungen fĂŒr verschiedene BibliotheksgröĂen:
| BibliotheksgröĂe | Mindest-CPU | Empf. RAM | SSD-Cache sinnvoll? | Indexierungsdauer (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Unter 10.000 Fotos | Intel Celeron J4125 | 4 GB | Optional | 2â4 Stunden |
| 10.000â50.000 Fotos | Intel Celeron N5105 | 8 GB | Ja (Read Cache) | 8â16 Stunden |
| 50.000â100.000 Fotos | AMD Ryzen R1600 | 16 GB | Ja (Read Cache) | 24â48 Stunden |
| Ăber 100.000 Fotos | Intel Core i3/i5 oder GPU | 16â32 GB | Ja (Read-Write) | Mehrere Tage |
Immich parallel zu Synology Photos betreiben
Auf einem Synology-NAS lassen sich Synology Photos und Immich gleichzeitig betreiben, Immich als Docker-Container, Synology Photos nativ. Beide können auf dieselbe Fotobibliothek zugreifen, wenn du Immichs External Library Feature nutzt. So kombinierst du den komfortablen Smartphone-Upload von Synology Photos mit der ĂŒberlegenen CLIP-Suche von Immich. Der zusĂ€tzliche RAM-Bedarf liegt bei ca. 1,5â2 GB fĂŒr den Immich-Stack.
Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 12. Juli 2026.
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