Aqara Presence Sensor FP1E im Praxistest: Budget-Radar
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mmWave-Präsenzsensoren sind die Zukunft der Raumerfassung im Smart Home. Sie erkennen nicht nur Bewegung, sondern auch stille Anwesenheit, eine sitzende Person auf dem Sofa, jemand der am Schreibtisch arbeitet, ein schlafendes Kind im Bett. Der Aqara FP2 hat 2023 gezeigt, wie gut das funktionieren kann. Jetzt bringt Aqara mit dem FP1E eine günstigere Variante, mit Zigbee statt WiFi, kleinerem Erfassungsbereich und niedrigerem Preis.
Ich habe den FP1E vier Wochen lang in verschiedenen Räumen getestet: Arbeitszimmer, Flur, Badezimmer und Schlafzimmer. Hier sind die Ergebnisse.
Technische Daten im Überblick
| Eigenschaft | Aqara FP1E | Aqara FP2 (Vergleich) |
|---|---|---|
| Protokoll | Zigbee 3.0 | WiFi 6 |
| Erfassungsbereich | bis 5 m (110°) | bis 8 m (120°) |
| Zonen | bis zu 3 Zonen | bis zu 30 Zonen |
| Personenerkennung (gleichzeitig) | nicht unterstützt | bis zu 5 Personen |
| Lux-Sensor | Ja | Ja |
| Preis (UVP) | ca. 30–35 EUR | ca. 55–65 EUR |
| Stromversorgung | USB-C (5V) | USB-C (5V) |
| Matter-kompatibel | Nein | Ja (über Hub) |
Einrichtung und Anbindung
Der FP1E wird per USB-C mit Strom versorgt und kommuniziert über Zigbee 3.0. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum FP2, der WiFi nutzt. Zigbeebedeutet: Du brauchst einen Zigbee-Coordinator (ConBee II, Sonoff ZBDongle-P, SkyConnect) oder einen Aqara Hub. Der Vorteil: Der FP1E belastet dein WLAN nicht und profitiert vom Zigbee-Mesh.
In Zigbee2MQTT wurde der FP1E nach dem Pairing sofort erkannt. Die Entities für Präsenz, Bewegung und Helligkeit (Lux) standen nach wenigen Sekunden in Home Assistant zur Verfügung. Die Zonenkonfiguration erfolgt über die Aqara Home App, in Zigbee2MQTT sind die Zonen nicht direkt konfigurierbar, werden aber korrekt als separate Entities gemappt.
Präsenzerkennung im Praxistest
Arbeitszimmer (3,5 x 4 m)
Der FP1E wurde an der Decke montiert (Höhe: 2,40 m) und auf den Schreibtischbereich ausgerichtet. Die Erkennung einer sitzenden Person am Schreibtisch funktionierte zuverlässig. Selbst bei minimalem Bewegen (nur Tippen auf der Tastatur) blieb der Sensor im Zustand besetzt. Erst nach ca. 30 Sekunden völliger Regungslosigkeit fiel er auf frei zurück, das passiert in der Praxis aber praktisch nie, wenn du aktiv arbeitest.
Flur (1,2 x 5 m)
Im Flur wurde der FP1E an der Decke mittig montiert. Die Durchgangserkennung funktionierte einwandfrei, Licht an bei Betreten, Licht aus nach ca. 15 Sekunden ohne Präsenz. Allerdings: Der Sensor erkannte gelegentlich Fehlalarme durch den Ventilator im angrenzenden Raum, dessen Luftstrom durch die offene Tür in den Flur gelangte. Lösung: Die Empfindlichkeit von 3 auf 2 reduzieren. Danach war das Problem gelöst.
Badezimmer (2,5 x 3 m)
Hier zeigte der FP1E seine Stärken. Während ein PIR-Sensor beim Duschen (viel Dampf, wenig Bewegung) regelmäßig auf frei schaltet, blieb der FP1E konstant im Zustand besetzt. Auch auf der Toilette sitzend wurde die Präsenz zuverlässig erkannt. Kein Licht-aus-Moment mehr, das allein rechtfertigt für viele den Kauf.
Schlafzimmer (4 x 4,5 m)
Die Erkennung einer schlafenden Person funktionierte überwiegend, aber nicht zu 100 %. Bei Seitenlage und ruhiger Atmung verlor der Sensor gelegentlich (ca. 2–3 Mal pro Nacht) kurz die Präsenz, bevor er sie nach wenigen Sekunden wieder erkannte. Für eine Automation Licht im Flur dimmen, wenn Schlafzimmer besetzt reicht das. Für eine Alarmanlage, die bei leer scharf schaltet, wäre das problematisch.
Zonenerkennung
Der FP1E unterstützt bis zu 3 Erkennungszonen. Die Zonen werden in der Aqara Home App definiert, du zeichnest Rechtecke auf eine schematische Draufsicht. Jede Zone liefert einen eigenen Präsenzstatus. Das ermöglicht Automationen wie: Zone Schreibtisch besetzt = Schreibtischlampe an, Zone Sofa besetzt = Stehlampe an.
Im Test funktionierte die Zonentrennung bei klar getrennten Bereichen (Schreibtisch vs. Tür) gut. Bei eng beieinander liegenden Zonen (z.B. zwei Sitzplätze am Esstisch) kam es zu Überlappungen. Der FP2 mit seinen 30 Zonen und der höheren Auflösung ist hier deutlich präziser.
Vergleich: FP1E vs. FP2
Die zentrale Frage: Lohnt sich der Aufpreis für den FP2?
FP1E ist die bessere Wahl, wenn:
- Du einen einzelnen Raum mit einer Zone überwachen willst (Flur, Bad, Arbeitszimmer)
- Dein Smart Home auf Zigbee basiert und du kein zusätzliches WiFi-Gerät willst
- Das Budget begrenzt ist (ca. 30 EUR vs. 60 EUR)
- Du mehrere Räume mit je einem günstigen Sensor ausrüsten willst
FP2 ist die bessere Wahl, wenn:
- Du einen großen Raum (Wohnzimmer, Küche) mit mehreren Zonen abdecken willst
- Du zählen musst, wie viele Personen im Raum sind
- Du Matter-Kompatibilität brauchst
- Der Raum größer als 20 m² ist
Installation: Tipps für die optimale Platzierung
Die Platzierung entscheidet über die Zuverlässigkeit. Hier die wichtigsten Regeln:
- Decke bevorzugen: Deckenmontage liefert die besten Ergebnisse, da der Sensor von oben den gesamten Raum erfasst. Wandmontage funktioniert, hat aber einen eingeschränkteren Erfassungsbereich.
- Höhe beachten: Bei Deckenmontage ist 2,30–2,60 m ideal. Höhere Decken reduzieren die Genauigkeit.
- Hindernisse vermeiden: Der Sensor sollte freie Sicht auf den zu überwachenden Bereich haben. Schränke, Regale und große Pflanzen können Schatten erzeugen.
- Wärmequellen meiden: Heizkörper und Kaminöfen können Fehlalarme auslösen. Mindestens 1 m Abstand halten.
Automationsbeispiele mit dem FP1E
Die Präsenzerkennung entfaltet ihren vollen Nutzen erst in Kombination mit Automationen. Hier drei konkrete Beispiele aus meinem Alltag:
1. Badezimmer-Licht: Wenn der FP1E im Badezimmer Präsenz meldet UND der Lux-Wert unter 50 liegt, schaltet sich das Licht ein. Wenn der Sensor auf frei wechselt, läuft ein 30-Sekunden-Timer, danach geht das Licht aus. Das eliminiert das leidige Licht-aus-beim-Duschen-Problem komplett.
2. Arbeitszimmer-Heizung: Die Heizung im Arbeitszimmer schaltet auf Komfort-Temperatur (22 °C), wenn der FP1E Präsenz meldet. Nach 15 Minuten ohne Präsenz senkt sie auf Eco-Modus (18 °C). Das spart messbar Energie, in meinem Fall ca. 12 % der Heizkosten für diesen Raum.
3. Flur-Nachtmodus: Zwischen 22:00 und 06:00 Uhr schaltet der FP1E im Flur das Licht auf 10 % Helligkeit statt volle Stärke. Die Bedingung nutzt den Lux-Sensor des FP1E zusätzlich: Nur wenn es tatsächlich dunkel ist (Lux unter 10), reagiert die Automation.
Verarbeitung und Build-Qualität
Der FP1E kommt in einem kompakten weißen Gehäuse (55 x 55 x 24 mm) mit mattem Finish. Die Verarbeitung ist solide, vergleichbar mit anderen Aqara-Produkten. Im Lieferumfang enthalten sind ein USB-C-Kabel (2 m), ein Klebepad für die Deckenmontage und eine magnetische Montageplatte. Die magnetische Halterung ist praktisch: Du klebst die Platte an die Decke und setzt den Sensor magnetisch auf. So kannst du den Winkel jederzeit nachjustieren, ohne den Kleber zu lösen.
Das USB-C-Kabel ist weiß und dünn genug, um unauffällig an der Decke verlegt zu werden. Ein USB-Netzteil ist nicht enthalten, ein beliebiges 5V/1A-Netzteil reicht aus. Der Stromverbrauch liegt bei ca. 0,8 Watt, die jährlichen Stromkosten bei etwa 2–3 EUR.
Wenn du den FP1E für standortbasierte Automationen nutzen willst, z.B. Licht nur einschalten, wenn du tatsächlich zu Hause bist, empfehle ich den Ratgeber zur Geofencing-Automatisierung, der erklärt, wie du Präsenzsensoren mit GPS-Daten kombinierst.
Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 31. Mai 2026.
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