Ratgeber/Aqara Smart Hub M3 im Praxistest: Matter-Controller, Zigbee und IR in einem
Aqara Smart Hub M3 im Praxistest: Matter-Controller, Zigbee und IR in einem

Aqara Smart Hub M3 im Praxistest: Matter-Controller, Zigbee und IR in einem

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Aqara hat mit dem Hub M3 ein ambitioniertes Gerät vorgestellt: Es soll gleichzeitig Matter-Controller, Zigbee-3.0-Gateway, Thread Border Router, IR-Blaster und Lautsprecher sein, alles in einem kompakten runden Gehäuse. Ich habe den Hub M3 vier Wochen lang als zentralen Hub in einem Testsystem eingesetzt und gegen den älteren Hub M2 sowie den kompakten Hub E1 antreten lassen.

Technische Daten

Eigenschaft Spezifikation
ZigbeeZigbee 3.0, bis 128 Geräte
ThreadThread 1.3, Border Router
MatterMatter 1.2 Controller (Bridge-Modus)
IR-Blaster360° Infrarot, Lernfunktion
LautsprecherEingebaut (für Alarmtöne und Klingel)
WiFi2,4 GHz + 5 GHz Dual-Band
BluetoothBLE 5.0
Speicher8 GB eMMC (für lokale Automationen)
ProzessorDual-Core ARM, 1 GHz
StromversorgungUSB-C, 5V/2A
Preisca. 70–80 EUR
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Einrichtung und Aqara Home App

Die Ersteinrichtung erfolgt über die Aqara Home App (iOS/Android). Hub mit USB-C an Strom anschließen, in der App „Gerät hinzufügen" wählen, QR-Code auf der Unterseite scannen, fertig. Der Hub verbindet sich per WiFi mit deinem Netzwerk und aktualisiert automatisch die Firmware auf die neueste Version.

Die Aqara Home App ist deutlich gereift: Übersichtliches Dashboard, Raum-Zuordnung, Automationen mit Wenn-Dann-Logik, und eine gut strukturierte Geräteverwaltung. Die App ist kein Home-Assistant-Ersatz, aber als eigenständiges System für Aqara-Geräte durchaus brauchbar.

Aqara-Account erforderlich: Für die Ersteinrichtung brauchst du einen Aqara-Account. Danach laufen lokale Automationen (Zigbee-Gerät → Zigbee-Gerät) auch ohne Internet, der Hub verarbeitet sie on-device. Cloud-Automationen (z. B. Push-Benachrichtigungen aufs Handy) brauchen natürlich weiterhin Internet. Für Home-Assistant-Nutzer ist der Account nur für die Ersteinrichtung relevant, danach läuft alles über Matter lokal.

Matter-Integration mit Home Assistant

Der spannendste Aspekt des Hub M3: Er fungiert als Matter Bridge und macht alle angeschlossenen Aqara-Zigbee-Geräte über Matter in Home Assistant verfügbar, ohne Zigbee2MQTT, ohne ZHA, ohne eigenen Zigbee-Coordinator.

Die Einrichtung in Home Assistant:

  1. In der Aqara Home App: Hub M3 → Matter-Einstellungen → „Matter-Bridge aktivieren"
  2. QR-Code oder Setup-Code wird angezeigt
  3. In Home Assistant: Einstellungen → Geräte & Dienste → Integration hinzufügen → Matter
  4. Setup-Code eingeben → Alle Aqara-Geräte erscheinen als Matter-Devices

Im Test erschienen alle 15 angeschlossenen Aqara-Geräte innerhalb von 2 Minuten in Home Assistant. Sensoren (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Tür/Fenster), Steckdosen, Schalter und der FP2-Präsenzsensor, alles war sofort steuerbar. Mehr zum Thema Matter findest du unter Matter 2.0: Was die neue Version bedeutet.

Matter-Einschränkungen: Nicht alle Aqara-Geräte-Funktionen werden über Matter exponiert. Der FP2-Präsenzsensor zeigt über Matter nur An/Aus-Präsenz, die Zonenerkennung und Tracking-Funktionen fehlen. Dafür brauchst du weiterhin die native Aqara-Integration oder Zigbee2MQTT. Ähnliches gilt für den Vibrationssensor (keine Achsendaten über Matter) und den Cube (nur Basis-Events). Mehr zum FP2 unter Aqara FP2 vs. FP1E Vergleich.

Zigbee-Performance: 128 Geräte und Mesh

Der Hub M3 unterstützt bis zu 128 Zigbee-Geräte, doppelt so viele wie der Hub E1 (64). Im Testbetrieb mit 15 Geräten lief das Zigbee-Netz stabil, die Reichweite war vergleichbar mit einem SONOFF Zigbee 3.0 Dongle Plus.

Wichtig: Der Hub M3 ist ein Zigbee-Coordinator, kein Router. Er bildet das Zentrum eines eigenen Zigbee-Netzes. Wenn du bereits ein Zigbee-Netz mit Zigbee2MQTT oder ZHA betreibst, hast du nach dem Hinzufügen des Hub M3 zwei getrennte Zigbee-Netze. Das ist kein Problem, erfordert aber, dass du entscheidest, welche Geräte an welchem Netz hängen.

Thread Border Router

Der Hub M3 fungiert gleichzeitig als Thread Border Router. Thread-Geräte (z. B. Eve-Sensoren, Nanoleaf Essentials) können sich über den Hub M3 ins Netzwerk einbinden. Im Test funktionierte das zuverlässig mit Eve Door & Window und Nanoleaf A19.

Der Vorteil: Je mehr Thread Border Router im Netzwerk, desto stabiler das Thread-Mesh. Der Hub M3 trägt automatisch zur Mesh-Stabilität bei, auch wenn du ihn primär als Zigbee-Gateway nutzt. Details zu Thread unter Thread Border Router erklärt.

IR-Blaster: Klimaanlage und TV steuern

Der integrierte IR-Blaster mit 360°-Abdeckung ist ein nettes Extra. Du kannst ihn nutzen, um ältere Geräte ohne WLAN smart zu machen: Klimaanlagen, Ventilatoren, TV-Geräte, Receiver, Projektoren.

Die Aqara Home App bietet eine Datenbank mit IR-Codes für tausende Geräte. Für meine Mitsubishi-Klimaanlage waren alle Codes vorhanden, Ein/Aus, Temperatur, Modus (Kühlen/Heizen/Ventilator), Schwenkrichtung. Für Geräte ohne Datenbank-Eintrag gibt es eine Lernfunktion: Original-Fernbedienung auf den Hub richten, Taste drücken, und der Hub lernt den IR-Code.

Über Matter werden die angelernten IR-Geräte als On/Off-Schalter in Home Assistant verfügbar. Klimaanlagen erscheinen als Climate-Entity, mit Temperatur, Modus und Swing-Steuerung. Mehr dazu unter Smarte Klimaanlage: IR-Controller vs. WiFi.

IR-Reichweite: Der 360°-IR-Blaster reicht im Test ca. 8–10 Meter in alle Richtungen. Das reicht für einen normalen Raum. Für L-förmige Räume oder wenn das Gerät hinter einem Schrank steht, braucht der IR-Blaster Sichtverbindung zum Empfänger. Platziere den Hub zentral im Raum und möglichst auf einer erhöhten Position (Regal, Sideboard).

Lautsprecher und Alarm

Der eingebaute Lautsprecher ist kein Ersatz für einen Sonos oder Google Nest, die Klangqualität ist zweckmäßig, nicht audiophil. Aber für Alarmtöne und Türklingeltöne ist er perfekt: Laut genug, um im ganzen Raum gehört zu werden (85 dB laut Aqara, im Test ca. 80 dB auf 1 Meter Entfernung).

Du kannst den Hub M3 als Alarm-Sirene in Automationen nutzen, z. B. wenn ein Fenstersensor bei Abwesenheit auslöst. In der Aqara Home App lassen sich verschiedene Alarmtöne und Lautstärken einstellen.

Vergleich: Hub M3 vs. Hub M2 vs. Hub E1

Eigenschaft Hub M3 Hub M2 Hub E1
Zigbee-Geräte12812864
MatterJa (Bridge)Ja (Bridge)Ja (Bridge)
ThreadJa (Border Router)NeinNein
IR-BlasterJa (360°)JaNein
LautsprecherJaJaNein
Lokaler Speicher8 GB eMMCNeinNein
WiFiDual-Band2,4 GHz2,4 GHz
StromversorgungUSB-CUSB-CUSB-A (Steckdose)
Preis70–80 EUR50–60 EUR25–30 EUR

Stromverbrauch und Lautstärke

Der Hub M3 verbraucht im Normalbetrieb (Zigbee-Gateway + Matter Bridge aktiv, IR-Blaster idle) ca. 2,1 Watt. Das sind ca. 18 kWh pro Jahr, bei 30 Cent/kWh also rund 5,50 EUR Stromkosten pro Jahr. Zum Vergleich: Der Hub E1 kommt auf ca. 1,2 Watt, der Hub M2 auf ca. 1,8 Watt. Der Mehrbetrag des M3 geht auf den Thread-Border-Router-Chip und den stärkeren Prozessor zurück.

Im Betrieb ist der Hub M3 lautlos, kein Lüfter, kein Brummen, kein Fiepen. Nur die Status-LED leuchtet dezent. Die LED lässt sich in der App dimmen oder komplett abschalten, praktisch fürs Schlafzimmer.

Szenen-Buttons: Der Hub M3 unterstützt Aqaras Scene-Buttons, physische Taster, die lokale Automationen auf dem Hub auslösen. Ein Druck auf den Button neben dem Bett schaltet alle Lichter aus, setzt die Heizung auf Nachtmodus und aktiviert den Alarmmodus. Diese Szenen laufen komplett lokal auf dem Hub, ohne Home Assistant, ohne Cloud, ohne Verzögerung.
Fazit: 4,5 von 5 Sternen. Der Aqara Hub M3 ist der vielseitigste Hub im Aqara-Ökosystem und einer der besten Matter-Bridge-Geräte am Markt. Thread Border Router, 128 Zigbee-Geräte, IR-Blaster und lokale Automationen, alles in einem kompakten Gerät für 70–80 EUR. Die Matter-Integration mit Home Assistant funktioniert zuverlässig und schnell. Abzug gibt es für die eingeschränkte Matter-Funktionalität bei komplexen Sensoren (FP2-Zonen, Cube-Gesten). Wer den Hub M3 braucht: Nutzer mit vielen Aqara-Geräten, die eine zuverlässige Matter-Bridge für Home Assistant wollen, plus IR-Steuerung für Klimaanlage oder TV. Wer beim E1 bleiben kann: Nutzer mit weniger als 64 Geräten, die keinen IR-Blaster und kein Thread brauchen.
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Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 4. Oktober 2026.

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