
Garagentor-Endlagen einstellen: Anleitung für Hörmann, Marantec, Sommer
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Endlagen sind die exakten Punkte, an denen ein Garagentor stoppen soll: ganz oben und ganz unten. Sind sie falsch eingestellt, schließt das Tor entweder mit Spalt zum Boden (Dichtungsproblem, Zugluft, Wassereintritt) oder fährt zu weit auf und drückt gegen den oberen Anschlag (Mechanik-Schaden, Antrieb-Überhitzung). Bei modernen Antrieben wie Hörmann SupraMatic E3/E4, Marantec Comfort 250/270/280 und Sommer base+ pro stellst du die Endlagen mit einer Lernfahrt oder per Tastenkombi am Steuergerät ein – ohne Spezialwerkzeug, in 15 bis 30 Minuten.
Wann Endlagen-Justage nötig wird
Die häufigsten Auslöser: Du hast den Antrieb gerade neu installiert, eine Notentriegelung wurde benutzt und falsch wieder eingehängt, das Tor wurde gewartet (Federn, Rollen) und die Position hat sich minimal verschoben, oder das Tor zeigt jahrelange Setzungen, weil sich Beschläge oder Lager verschoben haben.
Symptome einer fehlerhaften Endlage "Zu": Sichtbarer Spalt zwischen Tor-Unterkante und Boden (mehr als 5 mm), Tor reversiert kurz vor Boden, Lichtschranken-Auslösung im Falschmodus, Wasser-Eintritt bei Regen. Symptome bei Endlage "Auf": Antrieb summt im Stillstand weiter, Tor schlägt hörbar gegen den oberen Anschlag, Kette/Riemen ist überspannt, Antriebsmotor wird warm.

Vor jeder Einstellung: Tor mechanisch prüfen. Federn, Rollen, Beschläge intakt? Bei Defekten muss zuerst die Mechanik repariert werden, sonst justierst du auf einen Falschzustand. Bei Federverdacht hilft dir der Fehlercode-Lookup: dort findest du, welche Antriebs-Codes mit Endlagen-Problemen oder mit Mechanik-Defekten korrelieren.
Hörmann SupraMatic E3 und E4 – Endlagen-Lernfahrt
💡 Werkzeug-Empfehlung
Hörmann HSE2 BS FernbedienungHörmann nutzt seit der E3-Generation ein digitales Lernverfahren ohne mechanische Endschalter. Der Antrieb erkennt Endlagen über Drehmomenterhöhung (Tor stößt am Anschlag), nicht über Sensoren in der Schiene.
Schritt 1: Antrieb stromlos schalten (Netzstecker ziehen), 30 Sekunden warten, wieder einstecken. Damit wird ein eventuell vorhandener Reset-Zustand ausgelöst.
Schritt 2: Beleuchtungstaste und Tor-Taste am Antrieb gleichzeitig drücken, bis LED gelb blinkt. Du bist im Service-Modus.
Schritt 3: Tor-Taste drücken, Tor fährt langsam in Richtung "Auf". Wenn die gewünschte obere Endposition erreicht ist, Taste loslassen. Die Position wird gespeichert.
Schritt 4: Erneut Tor-Taste drücken, Tor fährt jetzt langsam in Richtung "Zu". Wenn die untere Endposition erreicht ist (Dichtung leicht an den Boden gedrückt), Taste loslassen. Auch diese Position wird gespeichert.

Schritt 5: Antrieb verlässt nach 30 Sekunden automatisch den Service-Modus. Probefahrt: Tor sollte jetzt sauber in beiden Endlagen stoppen.
Bei der SupraMatic kannst du die Kraftbegrenzung separat anpassen, falls das Tor an den Endlagen reversiert. Über das Bedienfeld P018 (obere Endlage) und P019 (untere Endlage) lässt sich die Kraft in 5 %-Schritten anheben. Aber Vorsicht: Werte über 80 % verstoßen gegen EN 13241 (Quetschgefahr) und sollten nur vorübergehend zum Testen genutzt werden.
Marantec Comfort 250/270/280 – DIP-Schalter und Drehrad
Marantec setzt bei der Comfort-Reihe noch auf eine Kombination aus DIP-Schaltern für Grundfunktionen und einem Drehrad für die Endlagen-Feinjustage. Etwas mehr Handarbeit als Hörmann, aber präziser für jemanden, der gern mechanisch arbeitet.
Schritt 1: Antrieb-Deckel öffnen. Du siehst innen rechts den Endlagen-Schalterblock mit zwei Schraubenden (oben/unten) und zwei DIP-Schaltern (S1, S2). Bei Comfort 270/280 ist zusätzlich ein OLED-Display vorhanden.

Schritt 2: Programmiermodus aktivieren – S1 auf "On" stellen. LED am Antrieb leuchtet dauergelb.
Schritt 3: Tor manuell oder per Wandtaster in die obere gewünschte Endposition fahren. Den oberen Drehknopf so weit drehen, bis ein deutliches Klicken zu hören ist. Position fixiert.
Schritt 4: Tor in die untere gewünschte Endposition fahren. Den unteren Drehknopf entsprechend stellen, bis es klickt. Position fixiert.
Schritt 5: S1 zurück auf "Off". Programmierung verlassen. LED erlischt. Probefahrt durchführen.
Beim Comfort 280 mit OLED-Display siehst du die Position als Zahlenwert. Ein kompletter Hub ist typischerweise 980 bis 1.020 Einheiten. Abweichungen unter 970 oder über 1.030 deuten auf mechanische Probleme (gestrecktes Stahlseil, durchgerutschtes Zahnrad) hin.
Sommer base+ pro – Drücker-Kombination
Der Sommer base+ pro nutzt seit Modelljahr 2019 ein Vier-Tasten-Bedienfeld: Auf, Stopp, Zu, Service. Endlagen werden über die Service-Taste in Kombination mit Auf/Zu programmiert.
Schritt 1: Tor in mittlere Position fahren. Service-Taste 3 Sekunden gedrückt halten, bis LED orange leuchtet.
Schritt 2: Auf-Taste drücken und halten, Tor fährt langsam nach oben. Loslassen an gewünschter Position. LED blinkt 2× orange = obere Endlage gespeichert.
Schritt 3: Zu-Taste drücken und halten, Tor fährt langsam nach unten. Loslassen an gewünschter Position. LED blinkt 4× orange = untere Endlage gespeichert.
Schritt 4: Service-Taste erneut drücken, LED erlischt. Programmierung beendet.
Schritt 5: Drei Probefahrten machen. Wenn Tor in beiden Endlagen sauber stoppt und Antrieb nicht über die Position hinweg dreht, ist alles korrekt.
Endlagen-Kraft und Reversierverhalten
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Reversiert kurz vor Boden | Kraftbegrenzung zu niedrig | P019 + 10 % bei Hörmann |
| Spalt 5–10 mm unten | Untere Endlage zu früh | Lernfahrt neu, 1 cm tiefer |
| Schlägt oben an | Obere Endlage zu spät | Lernfahrt neu, 2 cm früher |
| Antrieb dreht weiter | Endlage nicht erkannt | Drehgeber oder Sensor defekt |
| Falsche Rückmeldung | Smart-Adapter falsch konfiguriert | Adapter neu pairen |
Smart-Home-Adapter und Endlagen-Status
Wer das Garagentor in Home Assistant, Apple HomeKit oder Google Home eingebunden hat (z. B. via Shelly Plus, Tedee, Nuki Smart Garage), bekommt nach der Justage manchmal falsche Statusmeldungen. "Geschlossen" wird angezeigt, obwohl ein Spalt bleibt, oder umgekehrt.
Ursache ist meist ein Auslese-Fehler der Endlagen-Kontakte. Smart-Adapter wie Shelly Plus 1 oder Tedee Bridge nutzen Reed-Kontakte oder Strommessung am Antrieb, um Auf/Zu zu bestimmen. Stimmt die mechanische Endlage nicht mit dem programmierten Schaltpunkt überein, läuft die Logik aus dem Takt.
Lösung: Adapter nach jeder Endlagen-Änderung neu kalibrieren. Bei Tedee und Nuki gibt es im App-Menü einen "Reset Kalibrierung"-Punkt. Bei Shelly musst du die Schwellwerte im Web-UI manuell anpassen.
Wann ein Fachbetrieb ran muss
Endlagen selbst justieren ist legal und sicher – du arbeitest mit Niederspannung und kleinen Kräften. Trotzdem gibt es Fälle, in denen der Service-Techniker hin muss:
Antrieb erkennt Endlagen nicht: Drehgeber, Hall-Sensor oder Encoder defekt. Reparatur erfordert Spezialwerkzeug.
Tor schief in der Zarge: Mechanische Schiefstellung von mehr als 1 cm bedeutet, dass Beschläge nachgesetzt werden müssen. Endlagen-Justage allein hilft nicht.
Kraftbegrenzung lässt sich nicht reduzieren: Falls das Tor in der Endlage zu kräftig drückt und du den Wert nicht über das Service-Menü reduzieren kannst, ist die Steuerungsplatine möglicherweise defekt. Tausch durch Fachbetrieb.
Komplett-Neuinstallation: Antrieb-Tausch oder Neueinbau eines kompletten Tors fällt unter Erstinbetriebnahme. Hier muss der Fachbetrieb die EN-13241-Prüfung dokumentieren und übergeben.
Wartung und Re-Justage im Jahresrhythmus
Endlagen verschieben sich mit der Zeit minimal – durch Setzung der Federn, Verschleiß der Rollen, Wärmedehnung im Sommer. Ein- bis zweimal im Jahr lohnt eine Kontrollfahrt: Tor schließen lassen, Spalt zum Boden mit Lineal messen. Mehr als 3 mm Abweichung = nachjustieren.
Bei der Jahreswartung durch den Fachbetrieb (80 bis 130 Euro) sind Endlagen-Check und -Korrektur normalerweise inkludiert. Wer das selbst macht, spart die Wartung, sollte aber Federn, Rollen und Lichtschranke ebenfalls regelmäßig prüfen – die Wartungspunkte sind eng miteinander verknüpft.
Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 8. Juli 2026.
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