7 Automationen für den Sommer im Smart Home
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.
Der Sommer bringt eigene Herausforderungen für dein Smart Home: Hitze, intensive Sonneneinstrahlung, trockene Gärten und steigende Stromkosten durch Klimaanlagen. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Automationen läuft vieles von selbst, energieeffizient, komfortabel und ohne dass du ständig an Schalter und Regler denken musst.
Hier sind 7 Automationen, die dein Smart Home fit für den Sommer machen. Jede einzelne lässt sich mit gängiger Hardware und Home Assistant (oder vergleichbaren Plattformen) umsetzen.
1. Rolladen automatisch bei Sonnenhöchststand schließen
Fenster auf der Südseite heizen sich im Sommer massiv auf. Eine einfache Automation kann die Raumtemperatur um bis zu 5 °C senken, ganz ohne Klimaanlage.
So funktioniert es: Du nutzt die Sonnenstanddaten von Home Assistant (die sind ab Werk verfügbar, basierend auf deinem Standort). Wenn die Sonnenposition einen bestimmten Azimut und eine bestimmte Elevation erreicht, fahren die Rolladen herunter. Abends fahren sie wieder hoch.

Umsetzung in Home Assistant:
alias: "Südseite Rolladen bei Sonne schließen"
trigger:
- platform: numeric_state
entity_id: sun.sun
attribute: elevation
above: 35
condition:
- condition: template
value_template: >
{{ state_attr('sun.sun', 'azimuth') > 135
and state_attr('sun.sun', 'azimuth') < 225 }}
- condition: numeric_state
entity_id: sensor.aussentemperatur
above: 24
action:
- service: cover.set_cover_position
target:
entity_id: cover.wohnzimmer_sued
data:
position: 20
Die Bedingung für die Außentemperatur stellt sicher, dass die Rolladen an kühleren Sommertagen offen bleiben. Du willst ja nicht im Juni bei 18 °C im Dunkeln sitzen.
2. Gartenbeleuchtung bei Sonnenuntergang einschalten
💡 Werkzeug-Empfehlung
Sommer TX08 FernbedienungStatische Zeitschaltuhren für Gartenbeleuchtung musst du ständig anpassen, weil sich die Sonnenuntergangszeit über den Sommer verschiebt. Eine smarte Automation macht das automatisch.
So funktioniert es: Du nutzt den Trigger sun: sunset in Home Assistant. Optional kannst du einen Offset definieren, zum Beispiel 15 Minuten nach Sonnenuntergang, wenn es tatsächlich dunkel genug ist.
Umsetzung:
alias: "Gartenbeleuchtung bei Dämmerung" trigger: - platform: sun event: sunset offset: "+00:15:00" action: - service: light.turn_on target: entity_id: - light.garten_wegbeleuchtung - light.terrasse_spots data: brightness_pct: 60 - wait_for_trigger: - platform: time at: "23:30:00" - service: light.turn_off target: entity_id: - light.garten_wegbeleuchtung - light.terrasse_spots
Die Lichter gehen 15 Minuten nach Sonnenuntergang an und um 23:30 Uhr automatisch aus. Keine Verschwendung, keine manuelle Anpassung über die Jahreszeiten.

3. Pool-Pumpe nach Zeitplan und Temperatur steuern
Pool-Pumpen sind erhebliche Stromverbraucher. Die meisten Pools brauchen 6–8 Stunden Filterlauf pro Tag. Wann diese Stunden laufen, macht einen Unterschied, sowohl für die Wasserqualität als auch für die Stromkosten.
So funktioniert es: Die Pumpe läuft in zwei Blöcken: morgens (6:00–10:00) und nachmittags (14:00–18:00). An besonders heißen Tagen (über 32 °C) wird ein dritter Block hinzugefügt. In der Nacht bleibt die Pumpe aus, das spart Strom und reduziert Lärm.
Hardware: Eine smarte Steckdose mit ausreichender Belastbarkeit (mindestens 2000 W) oder ein Shelly 1PM reicht aus. Den Verbrauch kannst du direkt über die Steckdose monitoren.
4. Bewässerung bei Regen automatisch pausieren
Deinen Garten zu bewässern, während es regnet, ist Wasser- und Geldverschwendung. Eine wetter-basierte Automation verhindert das.
So funktioniert es: Du kombinierst einen Bewässerungs-Zeitplan mit einer Wetter-Bedingung. Wenn Regen gemeldet ist (über einen Wetterdienst oder einen lokalen Regensensor), wird die Bewässerung übersprungen.
Variante 1: Wetter-API nutzen
Die Home-Assistant-Wetterintegration (z. B. OpenWeatherMap) liefert Vorhersagedaten. Du kannst die Bewässerung unterdrücken, wenn für die nächsten 6 Stunden Regen vorhergesagt ist.
Variante 2: Lokaler Regensensor
Ein einfacher Regensensor (z. B. ein Zigbee-Feuchtigkeitssensor im Freien) erkennt tatsächlichen Niederschlag. Das ist genauer als Vorhersagen, aber reaktiv statt vorausschauend.
Umsetzung:
alias: "Gartenbewässerung mit Regensperre" trigger: - platform: time at: "06:00:00" condition: - condition: not conditions: - condition: state entity_id: weather.home attribute: forecast state: "rainy" - condition: numeric_state entity_id: sensor.bodenfeuchte_garten below: 40 action: - service: switch.turn_on target: entity_id: switch.bewässerung_rasen - delay: "00:30:00" - service: switch.turn_off target: entity_id: switch.bewässerung_rasen
5. Klimaanlage vor der Ankunft vorkühlen
In eine auf 35 °C aufgeheizte Wohnung heimzukommen ist unangenehm. Eine Klimaanlage braucht aber auch ihre Zeit, um die Temperatur zu senken, und laufend kühlen, wenn niemand da ist, kostet unnötig Strom.
So funktioniert es: Du nutzt dein Smartphone als Geo-Fence. Wenn du dich deinem Zuhause auf einen bestimmten Radius näherst (z. B. 3 km), startet die Klimaanlage und kühlt auf deine Wunschtemperatur vor. Bis du ankommst, ist die Wohnung angenehm.
Umsetzung: Die Home Assistant Companion App bietet einen Geofencing-Trigger. Der Trigger zone.home mit dem Status entering wird aktiv, wenn du die definierte Zone betrittst. Kombiniere das mit einer Bedingung für die Innentemperatur, wenn es drinnen unter 25 °C ist, muss die AC nicht starten.
6. Fenster offen = Klimaanlage aus
Offene Fenster und eine laufende Klimaanlage, das ist die teuerste Kombination im Sommer. Ein Fenstersensor löst dieses Problem automatisch.
So funktioniert es: Ein Zigbee-Fenstersensor (z. B. Aqara Door/Window Sensor, ca. 10 EUR) erkennt, ob das Fenster geöffnet ist. Wenn ja, wird die Klimaanlage pausiert. Wird das Fenster geschlossen, startet die AC nach einer kurzen Verzögerung (2 Minuten) wieder, damit ein kurzes Öffnen zum Lüften nicht sofort einen Neustart auslöst.
Umsetzung:
alias: "Fenster offen - AC aus" trigger: - platform: state entity_id: binary_sensor.schlafzimmer_fenster to: "on" for: "00:00:30" condition: - condition: state entity_id: climate.schlafzimmer_ac state: "cool" action: - service: climate.turn_off target: entity_id: climate.schlafzimmer_ac - wait_for_trigger: - platform: state entity_id: binary_sensor.schlafzimmer_fenster to: "off" for: "00:02:00" - service: climate.turn_on target: entity_id: climate.schlafzimmer_ac
7. Lüftung nach Luftfeuchtigkeit steuern
Im Sommer kann die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen stark schwanken, besonders nach dem Duschen, Kochen oder bei schwülem Wetter. Zu hohe Feuchtigkeit fördert Schimmelbildung. Zu niedrige trocknet die Schleimhäute aus.
So funktioniertes: Ein Feuchtigkeitssensor (z. B. der im SwitchBot Hub 2 integrierte oder ein Aqara Temperatur-/Feuchtigkeitssensor) misst die relative Luftfeuchtigkeit. Steigt sie über 65 %, wird ein smarter Ventilator oder ein Abluft-Schalter aktiviert. Fällt sie unter 55 %, stoppt die Lüftung.
Idealer Einsatzort: Badezimmer. Hier steigt die Luftfeuchtigkeit nach dem Duschen auf 80–90 % und fällt ohne Lüftung nur langsam. Eine Automation, die den Lüfter bei über 65 % startet und bei unter 55 % stoppt, hält das Bad trocken und spart Strom im Vergleich zu einem Dauerlauf-Lüfter.
Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 1. August 2026.
Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.
Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@smarthomepraxis.de
Smart-Home-Tipps direkt ins Postfach
Neue Anleitungen, Vergleiche und Praxis-Tipps – kein Spam, jederzeit abbestellbar.
🎁 Gratis dazu: Smart-Home-Starter-Guide (PDF)
Das könnte dich auch interessieren
Geofencing im Smart Home: Automatisieren nach Standort
Geofencing nutzt den Standort deines Smartphones, um Smart-Home-Aktionen auszulösen. Heizung an, wenn du nach Hause kommst. Licht aus, wenn du gehst. So funktioniert die Einrichtung.
Stromkosten senken mit smarten Zeitschaltuhren
Standby-Verbrauch eliminieren, Geräte nach Zeitplan steuern und echte Ersparnisse berechnen: So senkst du deine Stromkosten mit smarten Steckdosen und Zeitplänen.
Heizkosten senken mit smarten Thermostaten — so geht’s
Smarte Thermostate können deine Heizkosten um 20–30 % senken. Wir zeigen dir, welche Modelle sich lohnen, wie die Installation funktioniert und welche Automationen am meisten sparen.