Energieverbrauch visualisieren: Dashboards in Home Assistant bauen
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.
Du misst deinen Stromverbrauch bereits mit smarten Steckdosen oder einem Shelly-Gerät, aber die Zahlen verschwinden in irgendeiner App. Was fehlt, ist der Gesamtblick: Wie viel Strom verbraucht die Wohnung pro Tag? Welches Gerät frisst am meisten? Und wann lohnt sich der Blick auf den Verbrauch besonders?
Home Assistant bietet dafür ein eingebautes Energie-Dashboard und die Möglichkeit, eigene Dashboards mit Karten wie Mushroom Cards und ApexCharts zu bauen.
Voraussetzungen: Was du brauchst
Bevor du loslegst, brauchst du mindestens eine Datenquelle, die den Stromverbrauch misst. Geeignet sind:
- Smarte Steckdosen mit Energiemessung: z. B. Shelly Plug S, Nous A1T, TP-Link Tapo P110. Diese liefern Leistung (Watt) und oft auch den kumulierten Verbrauch (kWh).
- Shelly 3EM oder Shelly Pro 3EM: Für die Messung am Sicherungskasten. Damit erfasst du den gesamten Haushaltsverbrauch inklusive Einspeisung.
- Smarte Zwischenstecker: Sonoff S31 (geflasht mit Tasmota) oder Sonoff POW Ring liefern ebenfalls Energiedaten.
sensor mit device_class: energy und state_class: total_increasing). Nur dann kann Home Assistant den Wert im Energie-Dashboard verwenden. Rohe Watt-Werte allein reichen nicht.Synology DS423+ für Docker
Unsere Empfehlung passend zu diesem Thema
* Affiliate-Link, du zahlst nicht mehr, wir erhalten eine kleine Provision
Schritt 1: Das eingebaute Energie-Dashboard einrichten
Home Assistant bringt seit Version 2021.8 ein fertiges Energie-Dashboard mit. Du findest es unter Einstellungen > Dashboards > Energie oder direkt in der Seitenleiste unter dem Blitz-Symbol.
Die Einrichtung ist einfach:
- Klicke auf Stromverbrauch hinzufügen und wähle den kumulierten kWh-Sensor deines Messgeräts aus.
- Optional: Hinterlege einen Strompreis (z. B. 0,32 EUR/kWh) oder nutze einen dynamischen Preissensor (z. B. von Tibber oder aWATTar).
- Falls du eine Solaranlage hast: Füge unter Solarproduktion den entsprechenden Sensor hinzu.
- Unter Einzelne Geräte kannst du einzelne Steckdosen-Sensoren zuordnen, um den Verbrauch pro Gerät aufzuschlüsseln.
Nach ein paar Stunden Datensammlung zeigt das Dashboard Balkendiagramme für Tages-, Wochen- und Monatsverbrauch. Die Darstellung ist solide, aber nicht anpassbar. Für individuelle Visualisierungen brauchst du eigene Karten.
Schritt 2: Utility Meter Helper anlegen
Der Utility Meter Helper ist das Herzstück jeder Energieauswertung. Er nimmt einen kumulierten kWh-Sensor und erstellt daraus einen Tageszähler, Wochenzähler oder Monatszähler. So kannst du den Verbrauch pro Zeitraum sehen, nicht nur den Gesamtzählerstand.
Du legst einen Utility Meter unter Einstellungen > Geräte & Dienste > Helfer > Helfer erstellen > Verbrauchszähler an. Alternativ geht es perYAML: utility_meter: stromverbrauch_taeglich: source: sensor.shelly_plug_s_energy cycle: daily stromverbrauch_monatlich: source: sensor.shelly_plug_s_energy cycle: monthly
Damit bekommst du zwei neue Sensoren: sensor.stromverbrauch_taeglich und sensor.stromverbrauch_monatlich. Beide setzen sich zum jeweiligen Zyklusende automatisch zurück.
Schritt 3: Riemann-Summe für Watt-Sensoren
Manche Geräte liefern nur die aktuelle Leistung in Watt, aber keinen kumulierten kWh-Wert. In diesem Fall brauchst du die Riemann-Summen-Integration, um aus Watt einen kWh-Sensor zu berechnen.
Die Einrichtung erfolgt unter Einstellungen > Geräte & Dienste > Helfer > Helfer erstellen > Integration - Riemann-Summe oder per YAML:
sensor:
- platform: integration
source: sensor.waschmaschine_power
name: "Waschmaschine Energie"
unit_prefix: k
round: 2
method: trapezoidal
Die Methode trapezoidal liefert genauere Ergebnisse als left, da sie den Durchschnitt zwischen zwei Messpunkten berechnet. Der resultierende Sensor hat dann state_class: total_increasing und kann im Energie-Dashboard und in Utility Metern verwendet werden.
Schritt 4: Mushroom Cards für schnelle Übersicht
Die Mushroom Cards (installierbar über HACS) sind die beliebtesten Custom Cards in der Home-Assistant-Community. Sie sehen modern aus und sind einfach zu konfigurieren.
Für ein Energie-Dashboard eignen sich vor allem zwei Kartentypen:
Mushroom Entity Card mit Verbrauchsanzeige
type: custom:mushroom-entity-card entity: sensor.stromverbrauch_taeglich name: "Heute verbraucht" icon: mdi:flash icon_color: amber layout: verticalMushroom Chips Card für kompakte Darstellung
type: custom:mushroom-chips-card chips: - type: entity entity: sensor.stromverbrauch_taeglich icon: mdi:flash name: "Heute" - type: entity entity: sensor.stromverbrauch_monatlich icon: mdi:calendar name: "Monat"Mit der Chips Card kannst du Tages-, Wochen- und Monatsverbrauch nebeneinander in einer Zeile anzeigen, ideal als Header für dein Energie-Dashboard.
Schritt 5: ApexCharts für detaillierte Diagramme
Für historische Verlaufskurven ist die ApexCharts Card (ebenfalls über HACS) das Mittel der Wahl. Du kannst damit Linien-, Balken- und Flaechendiagramme erstellen, die den Verbrauch über Tage, Wochen oder Monate darstellen.
Tagesverbrauch als Balkendiagramm (letzte 7 Tage)
type: custom:apexcharts-card header: title: "Stromverbrauch (letzte 7 Tage)" show: true graph_span: 7d span: end: day series: - entity: sensor.stromverbrauch_taeglich type: column group_by: func: max duration: 1d color: "#f59e0b" show: legend_value: falseLeistungsverlauf als Liniengraph (24 Stunden)
type: custom:apexcharts-card header: title: "Leistung (letzten 24h)" show: true graph_span: 24h series: - entity: sensor.shelly_plug_s_power type: area stroke_width: 2 color: "#3b82f6" opacity: 0.15series mit unterschiedlichen Farben. So erkennst du sofort, welches Gerät wann am meisten verbraucht.Schritt 6: Das Dashboard zusammenbauen
Ein sinnvolles Energie-Dashboard hat typischerweise diesen Aufbau:
- Header-Zeile: Mushroom Chips Card mit Tages-, Wochen- und Monatsverbrauch sowie den geschätzten Kosten.
- Hauptdiagramm: ApexCharts Balkendiagramm mit dem Tagesverbrauch der letzten 7 oder 14 Tage.
- Geräte-Aufschluesselung: Mushroom Entity Cards für die drei bis fuenf größten Verbraucher mit Tagesverbrauch.
- Detailansicht: ApexCharts Liniengraph mit der aktuellen Leistung (Watt) der letzten 24 Stunden.
Verwende eine Grid Card oder ein Horizontal Stack, um die Karten sauber nebeneinander anzuordnen. Auf Tablets und Desktop-Monitoren empfehlen sich zwei bis drei Spalten.
Tipps für bessere Datenqualitaet
- Recorder-Datenbank beachten: Home Assistant speichert standardmaessig nur 10 Tage Historie. Für langfristige Energieauswertungen solltest du die
recorder-Dauer auf mindestens 30 Tage erhöhen oder die Long-Term Statistics nutzen, die unbegrenzt gespeichert werden. - Sensoren filtern: Nimm nur die Sensoren in den Recorder auf, die du wirklich brauchst. Das reduziert die Datenbankgröße erheblich. In der
configuration.yamlkannst du mitinclude/exclude-Filtern arbeiten. - Statistik-Fehler beheben: Falls das Energie-Dashboard Statistik-Probleme meldet, liegt es meist an einem Sensor, der seinen Wert zurückgesetzt hat (z. B. nach einem Neustart). Unter Entwicklerwerkzeuge > Statistik kannst du fehlerhafte Einträge korrigieren.
Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 27. Juni 2026.
Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.
Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@smarthomepraxis.de
Smart-Home-Tipps direkt ins Postfach
Neue Anleitungen, Vergleiche und Praxis-Tipps – kein Spam, jederzeit abbestellbar.
🎁 Gratis dazu: Smart-Home-Starter-Guide (PDF)
Das könnte dich auch interessieren
Stromzähler mit IR-Lesekopf auslesen: Verbrauch in Home Assistant
Deinen digitalen Stromzähler per Infrarot-Lesekopf auslesen und den Verbrauch in Echtzeit in Home Assistant sehen — ohne Eingriff in die Elektrik und ohne Genehmigung vom Netzbetreiber.
Home Assistant Automationen debuggen: Traces, Logs und Fehlersuche
Deine Automation löst nicht aus? Oder sie triggert, aber nichts passiert? Mit Traces, Logs und den Entwicklerwerkzeugen findest du den Fehler in wenigen Minuten. Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Frigate NVR: Kameraüberwachung mit KI-Objekterkennung
Frigate verwandelt einfache IP-Kameras in ein intelligentes Überwachungssystem mit KI-Objekterkennung. Du erhältst Benachrichtigungen nur bei echten Personen, Autos oder Tieren — nicht bei Schatten und Blättern.