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Energieverbrauch visualisieren: Dashboards in Home Assistant bauen

Energieverbrauch visualisieren: Dashboards in Home Assistant bauen

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home-assistantdashboardenergieanleitung

Du misst deinen Stromverbrauch bereits mit smarten Steckdosen oder einem Shelly-Gerät, aber die Zahlen verschwinden in irgendeiner App. Was fehlt, ist der Gesamtblick: Wie viel Strom verbraucht die Wohnung pro Tag? Welches Gerät frisst am meisten? Und wann lohnt sich der Blick auf den Verbrauch besonders?

Home Assistant bietet dafür ein eingebautes Energie-Dashboard und die Möglichkeit, eigene Dashboards mit Karten wie Mushroom Cards und ApexCharts zu bauen.

Voraussetzungen: Was du brauchst

Bevor du loslegst, brauchst du mindestens eine Datenquelle, die den Stromverbrauch misst. Geeignet sind:

  • Smarte Steckdosen mit Energiemessung: z. B. Shelly Plug S, Nous A1T, TP-Link Tapo P110. Diese liefern Leistung (Watt) und oft auch den kumulierten Verbrauch (kWh).
  • Shelly 3EM oder Shelly Pro 3EM: Für die Messung am Sicherungskasten. Damit erfasst du den gesamten Haushaltsverbrauch inklusive Einspeisung.
  • Smarte Zwischenstecker: Sonoff S31 (geflasht mit Tasmota) oder Sonoff POW Ring liefern ebenfalls Energiedaten.
Energieverbrauch dashboards home assistant: practical guide overview
Energieverbrauch dashboards home assistant
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Wichtig: Dein Messgerät muss einen kumulierten Energiewert in kWh liefern (Entity vom Typ sensor mit device_class: energy und state_class: total_increasing). Nur dann kann Home Assistant den Wert im Energie-Dashboard verwenden. Rohe Watt-Werte allein reichen nicht.
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Schritt 1: Das eingebaute Energie-Dashboard einrichten

Home Assistant bringt seit Version 2021.8 ein fertiges Energie-Dashboard mit. Du findest es unter Einstellungen > Dashboards > Energie oder direkt in der Seitenleiste unter dem Blitz-Symbol.

Die Einrichtung ist einfach:

  1. Klicke auf Stromverbrauch hinzufügen und wähle den kumulierten kWh-Sensor deines Messgeräts aus.
  2. Optional: Hinterlege einen Strompreis (z. B. 0,32 EUR/kWh) oder nutze einen dynamischen Preissensor (z. B. von Tibber oder aWATTar).
  3. Falls du eine Solaranlage hast: Füge unter Solarproduktion den entsprechenden Sensor hinzu.
  4. Unter Einzelne Geräte kannst du einzelne Steckdosen-Sensoren zuordnen, um den Verbrauch pro Gerät aufzuschlüsseln.

Nach ein paar Stunden Datensammlung zeigt das Dashboard Balkendiagramme für Tages-, Wochen- und Monatsverbrauch. Die Darstellung ist solide, aber nicht anpassbar. Für individuelle Visualisierungen brauchst du eigene Karten.

Energieverbrauch dashboards home assistant: step-by-step visual example
Energieverbrauch dashboards home assistant

Schritt 2: Utility Meter Helper anlegen

Der Utility Meter Helper ist das Herzstück jeder Energieauswertung. Er nimmt einen kumulierten kWh-Sensor und erstellt daraus einen Tageszähler, Wochenzähler oder Monatszähler. So kannst du den Verbrauch pro Zeitraum sehen, nicht nur den Gesamtzählerstand.

Du legst einen Utility Meter unter Einstellungen > Geräte & Dienste > Helfer > Helfer erstellen > Verbrauchszähler an. Alternativ geht es perYAML: utility_meter: stromverbrauch_taeglich: source: sensor.shelly_plug_s_energy cycle: daily stromverbrauch_monatlich: source: sensor.shelly_plug_s_energy cycle: monthly

Damit bekommst du zwei neue Sensoren: sensor.stromverbrauch_taeglich und sensor.stromverbrauch_monatlich. Beide setzen sich zum jeweiligen Zyklusende automatisch zurück.

Tipp: Lege Utility Meter nicht nur für den Gesamtverbrauch an, sondern auch für einzelne Verbraucher. So siehst du auf einen Blick, ob der Trockner oder die Spülmaschine am meisten frisst. Drei bis fuenf Utility Meter für die größten Verbraucher reichen für den Anfang.

Schritt 3: Riemann-Summe für Watt-Sensoren

Manche Geräte liefern nur die aktuelle Leistung in Watt, aber keinen kumulierten kWh-Wert. In diesem Fall brauchst du die Riemann-Summen-Integration, um aus Watt einen kWh-Sensor zu berechnen.

Die Einrichtung erfolgt unter Einstellungen > Geräte & Dienste > Helfer > Helfer erstellen > Integration - Riemann-Summe oder per YAML:

Energieverbrauch dashboards home assistant: helpful reference illustration
Energieverbrauch dashboards home assistant
sensor:
 - platform: integration
 source: sensor.waschmaschine_power
 name: "Waschmaschine Energie"
 unit_prefix: k
 round: 2
 method: trapezoidal

Die Methode trapezoidal liefert genauere Ergebnisse als left, da sie den Durchschnitt zwischen zwei Messpunkten berechnet. Der resultierende Sensor hat dann state_class: total_increasing und kann im Energie-Dashboard und in Utility Metern verwendet werden.
Achtung: Die Riemann-Summe ist eine Annäherung. Je seltener dein Sensor seinen Wert aktualisiert, desto ungenauer wird die Berechnung. Geräte, die nur alle 60 Sekunden einen neuen Watt-Wert senden, können Abweichungen von 5-10 % erzeugen. Shelly-Geräte mit 10-Sekunden-Updates liefern deutlich genauere Ergebnisse.

Schritt 4: Mushroom Cards für schnelle Übersicht

Die Mushroom Cards (installierbar über HACS) sind die beliebtesten Custom Cards in der Home-Assistant-Community. Sie sehen modern aus und sind einfach zu konfigurieren.

Für ein Energie-Dashboard eignen sich vor allem zwei Kartentypen:

Mushroom Entity Card mit Verbrauchsanzeige

type: custom:mushroom-entity-card entity: sensor.stromverbrauch_taeglich name: "Heute verbraucht" icon: mdi:flash icon_color: amber layout: vertical

Mushroom Chips Card für kompakte Darstellung

type: custom:mushroom-chips-card chips: - type: entity entity: sensor.stromverbrauch_taeglich icon: mdi:flash name: "Heute" - type: entity entity: sensor.stromverbrauch_monatlich icon: mdi:calendar name: "Monat"

Mit der Chips Card kannst du Tages-, Wochen- und Monatsverbrauch nebeneinander in einer Zeile anzeigen, ideal als Header für dein Energie-Dashboard.

Schritt 5: ApexCharts für detaillierte Diagramme

Für historische Verlaufskurven ist die ApexCharts Card (ebenfalls über HACS) das Mittel der Wahl. Du kannst damit Linien-, Balken- und Flaechendiagramme erstellen, die den Verbrauch über Tage, Wochen oder Monate darstellen.

Tagesverbrauch als Balkendiagramm (letzte 7 Tage)

type: custom:apexcharts-card header: title: "Stromverbrauch (letzte 7 Tage)" show: true graph_span: 7d span: end: day series: - entity: sensor.stromverbrauch_taeglich type: column group_by: func: max duration: 1d color: "#f59e0b" show: legend_value: false

Leistungsverlauf als Liniengraph (24 Stunden)

type: custom:apexcharts-card header: title: "Leistung (letzten 24h)" show: true graph_span: 24h series: - entity: sensor.shelly_plug_s_power type: area stroke_width: 2 color: "#3b82f6" opacity: 0.15
Karten-Konfiguration: Du kannst mehrere Serien in einem ApexCharts-Diagramm kombinieren. Zum Beispiel den Gesamtverbrauch als Balken und einzelne Geräte als Linien übereinander. Setze dafür einfach mehrere Einträge unter series mit unterschiedlichen Farben. So erkennst du sofort, welches Gerät wann am meisten verbraucht.

Schritt 6: Das Dashboard zusammenbauen

Ein sinnvolles Energie-Dashboard hat typischerweise diesen Aufbau:

  1. Header-Zeile: Mushroom Chips Card mit Tages-, Wochen- und Monatsverbrauch sowie den geschätzten Kosten.
  2. Hauptdiagramm: ApexCharts Balkendiagramm mit dem Tagesverbrauch der letzten 7 oder 14 Tage.
  3. Geräte-Aufschluesselung: Mushroom Entity Cards für die drei bis fuenf größten Verbraucher mit Tagesverbrauch.
  4. Detailansicht: ApexCharts Liniengraph mit der aktuellen Leistung (Watt) der letzten 24 Stunden.

Verwende eine Grid Card oder ein Horizontal Stack, um die Karten sauber nebeneinander anzuordnen. Auf Tablets und Desktop-Monitoren empfehlen sich zwei bis drei Spalten.

Tipps für bessere Datenqualitaet

  • Recorder-Datenbank beachten: Home Assistant speichert standardmaessig nur 10 Tage Historie. Für langfristige Energieauswertungen solltest du die recorder-Dauer auf mindestens 30 Tage erhöhen oder die Long-Term Statistics nutzen, die unbegrenzt gespeichert werden.
  • Sensoren filtern: Nimm nur die Sensoren in den Recorder auf, die du wirklich brauchst. Das reduziert die Datenbankgröße erheblich. In der configuration.yaml kannst du mit include/exclude-Filtern arbeiten.
  • Statistik-Fehler beheben: Falls das Energie-Dashboard Statistik-Probleme meldet, liegt es meist an einem Sensor, der seinen Wert zurückgesetzt hat (z. B. nach einem Neustart). Unter Entwicklerwerkzeuge > Statistik kannst du fehlerhafte Einträge korrigieren.
Ergebnis: Mit Utility Metern, Mushroom Cards und ApexCharts baust du ein Energie-Dashboard, das den Verbrauch pro Gerät und Zeitraum sichtbar macht. Du erkennst Stromfresser sofort und kannst gezielt gegensteuern. Weitere Tipps zum Energiesparen findest du im Ratgeber Stromkosten senken mit smarten Zeitschaltuhren.
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Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 27. Juni 2026.

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