Energieverbrauch visualisieren: Dashboards in Home Assistant bauen
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Du misst deinen Stromverbrauch bereits mit smarten Steckdosen oder einem Shelly-Gerät, aber die Zahlen verschwinden in irgendeiner App. Was fehlt, ist der Gesamtblick: Wie viel Strom verbraucht die Wohnung pro Tag? Welches Gerät frisst am meisten? Und wann lohnt sich der Blick auf den Verbrauch besonders?
Welche Zentrale dein Setup überhaupt tragen soll, klärst du am schnellsten im Vergleich der Smart-Home-Hubs, wo du nach Protokoll und Cloud-Zwang filtern kannst.
Damit das Energie-Dashboard rund läuft, brauchst du eine stabile Home-Assistant-Basis, etwa das Home Assistant Green oder das leistungsfähigere Home Assistant Yellow. Beide findest du mit Stromverbrauch und lokaler API in der Smart-Home-Hub-Datenbank.
Home Assistant bietet dafür ein eingebautes Energie-Dashboard und die Möglichkeit, eigene Dashboards mit Karten wie Mushroom Cards und ApexCharts zu bauen.
Voraussetzungen: Was du brauchst
Bevor du loslegst, brauchst du mindestens eine Datenquelle, die den Stromverbrauch misst. Geeignet sind:
- Smarte Steckdosen mit Energiemessung: z. B. Shelly Plug S, Nous A1T, TP-Link Tapo P110. Diese liefern Leistung (Watt) und oft auch den kumulierten Verbrauch (kWh).
- Shelly 3EM oder Shelly Pro 3EM: Für die Messung am Sicherungskasten. Damit erfasst du den gesamten Haushaltsverbrauch inklusive Einspeisung.
- Smarte Zwischenstecker: Sonoff S31 (geflasht mit Tasmota) oder Sonoff POW Ring liefern ebenfalls Energiedaten.
Eve Energy Matter Steckdose
Thread-Steckdose mit Matter, lokal gesteuert, keine Cloud nötig, Energiemessung inklusive.
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sensor mit device_class: energy und state_class: total_increasing). Nur dann kann Home Assistant den Wert im Energie-Dashboard verwenden. Rohe Watt-Werte allein reichen nicht.Synology DiskStation DS423 NAS mit vier Einschüben
Netzwerkspeicher mit vier Laufwerksschächten für Backups und Medien im Heimnetz.
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Schritt 1: Das eingebaute Energie-Dashboard einrichten
Home Assistant bringt seit Version 2021.8 ein fertiges Energie-Dashboard mit. Du findest es unter Einstellungen > Dashboards > Energie oder direkt in der Seitenleiste unter dem Blitz-Symbol.
Die Einrichtung ist einfach:
- Klicke auf Stromverbrauch hinzufügen und wähle den kumulierten kWh-Sensor deines Messgeräts aus.
- Optional: Hinterlege einen Strompreis (z. B. 0,32 EUR/kWh) oder nutze einen dynamischen Preissensor (z. B. von Tibber oder aWATTar).
- Falls du eine Solaranlage hast: Füge unter Solarproduktion den entsprechenden Sensor hinzu.
- Unter Einzelne Geräte kannst du einzelne Steckdosen-Sensoren zuordnen, um den Verbrauch pro Gerät aufzuschlüsseln.
Nach ein paar Stunden Datensammlung zeigt das Dashboard Balkendiagramme für Tages-, Wochen- und Monatsverbrauch. Die Darstellung ist solide, aber nicht anpassbar. Für individuelle Visualisierungen brauchst du eigene Karten.
Schritt 2: Utility Meter Helper anlegen
Der Utility Meter Helper ist das Herzstück jeder Energieauswertung. Er nimmt einen kumulierten kWh-Sensor und erstellt daraus einen Tageszähler, Wochenzähler oder Monatszähler. So kannst du den Verbrauch pro Zeitraum sehen, nicht nur den Gesamtzählerstand.
Du legst einen Utility Meter unter Einstellungen > Geräte & Dienste > Helfer > Helfer erstellen > Verbrauchszähler an. Alternativ geht es perYAML: utility_meter: stromverbrauch_taeglich: source: sensor.shelly_plug_s_energy cycle: daily stromverbrauch_monatlich: source: sensor.shelly_plug_s_energy cycle: monthly
Damit bekommst du zwei neue Sensoren: sensor.stromverbrauch_taeglich und sensor.stromverbrauch_monatlich. Beide setzen sich zum jeweiligen Zyklusende automatisch zurück.
Schritt 3: Riemann-Summe für Watt-Sensoren
Manche Geräte liefern nur die aktuelle Leistung in Watt, aber keinen kumulierten kWh-Wert. In diesem Fall brauchst du die Riemann-Summen-Integration, um aus Watt einen kWh-Sensor zu berechnen.
Die Einrichtung erfolgt unter Einstellungen > Geräte & Dienste > Helfer > Helfer erstellen > Integration - Riemann-Summe oder per YAML:
sensor:
- platform: integration
source: sensor.waschmaschine_power
name: "Waschmaschine Energie"
unit_prefix: k
round: 2
method: trapezoidal
Die Methode trapezoidal liefert genauere Ergebnisse als left, da sie den Durchschnitt zwischen zwei Messpunkten berechnet. Der resultierende Sensor hat dann state_class: total_increasing und kann im Energie-Dashboard und in Utility Metern verwendet werden.
Schritt 4: Mushroom Cards für schnelle Übersicht
Die Mushroom Cards (installierbar über HACS) sind die beliebtesten Custom Cards in der Home-Assistant-Community. Sie sehen modern aus und sind einfach zu konfigurieren.
Für ein Energie-Dashboard eignen sich vor allem zwei Kartentypen:
Mushroom Entity Card mit Verbrauchsanzeige
type: custom:mushroom-entity-card entity: sensor.stromverbrauch_taeglich name: "Heute verbraucht" icon: mdi:flash icon_color: amber layout: verticalMushroom Chips Card für kompakte Darstellung
type: custom:mushroom-chips-card chips: - type: entity entity: sensor.stromverbrauch_taeglich icon: mdi:flash name: "Heute" - type: entity entity: sensor.stromverbrauch_monatlich icon: mdi:calendar name: "Monat"Mit der Chips Card kannst du Tages-, Wochen- und Monatsverbrauch nebeneinander in einer Zeile anzeigen, ideal als Header für dein Energie-Dashboard.
Schritt 5: ApexCharts für detaillierte Diagramme
Für historische Verlaufskurven ist die ApexCharts Card (ebenfalls über HACS) das Mittel der Wahl. Du kannst damit Linien-, Balken- und Flaechendiagramme erstellen, die den Verbrauch über Tage, Wochen oder Monate darstellen.
Tagesverbrauch als Balkendiagramm (letzte 7 Tage)
type: custom:apexcharts-card header: title: "Stromverbrauch (letzte 7 Tage)" show: true graph_span: 7d span: end: day series: - entity: sensor.stromverbrauch_taeglich type: column group_by: func: max duration: 1d color: "#f59e0b" show: legend_value: falseLeistungsverlauf als Liniengraph (24 Stunden)
type: custom:apexcharts-card header: title: "Leistung (letzten 24h)" show: true graph_span: 24h series: - entity: sensor.shelly_plug_s_power type: area stroke_width: 2 color: "#3b82f6" opacity: 0.15series mit unterschiedlichen Farben. So erkennst du sofort, welches Gerät wann am meisten verbraucht.Schritt 6: Das Dashboard zusammenbauen
Ein sinnvolles Energie-Dashboard hat typischerweise diesen Aufbau:
- Header-Zeile: Mushroom Chips Card mit Tages-, Wochen- und Monatsverbrauch sowie den geschätzten Kosten.
- Hauptdiagramm: ApexCharts Balkendiagramm mit dem Tagesverbrauch der letzten 7 oder 14 Tage.
- Geräte-Aufschluesselung: Mushroom Entity Cards für die drei bis fuenf größten Verbraucher mit Tagesverbrauch.
- Detailansicht: ApexCharts Liniengraph mit der aktuellen Leistung (Watt) der letzten 24 Stunden.
Verwende eine Grid Card oder ein Horizontal Stack, um die Karten sauber nebeneinander anzuordnen. Auf Tablets und Desktop-Monitoren empfehlen sich zwei bis drei Spalten.
Tipps für bessere Datenqualitaet
- Recorder-Datenbank beachten: Home Assistant speichert standardmaessig nur 10 Tage Historie. Für langfristige Energieauswertungen solltest du die
recorder-Dauer auf mindestens 30 Tage erhöhen oder die Long-Term Statistics nutzen, die unbegrenzt gespeichert werden. - Sensoren filtern: Nimm nur die Sensoren in den Recorder auf, die du wirklich brauchst. Das reduziert die Datenbankgröße erheblich. In der
configuration.yamlkannst du mitinclude/exclude-Filtern arbeiten. - Statistik-Fehler beheben: Falls das Energie-Dashboard Statistik-Probleme meldet, liegt es meist an einem Sensor, der seinen Wert zurückgesetzt hat (z. B. nach einem Neustart). Unter Entwicklerwerkzeuge > Statistik kannst du fehlerhafte Einträge korrigieren.
Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 27. Juni 2026. Aktualisiert am 12. September 2026.
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