Home-Assistant-Hardware: Green, Yellow, Mini-PC oder Raspberry Pi
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Home Assistant Green zieht laut Hersteller im Leerlauf rund 1,7 Watt, kommt mit 4 GB RAM und 32 GB eMMC und kostet 179 Euro Preisempfehlung. Damit ist die Messlatte gesetzt, an der sich jede andere Home-Assistant-Hardware messen lassen muss: Raspberry Pi 5, Mini-PC mit Intel N100 oder N150 und die eingestellte Yellow.
Die Frage dahinter lautet selten âwelche ist die schnellsteâ, sondern: Was soll die Zentrale in drei Jahren tragen, welcher Funk muss dran, und wie viel Bastelei nimmst du in Kauf?
Was eine Home-Assistant-Zentrale mindestens braucht
FĂŒr Home Assistant OS auf dem Raspberry Pi nennt home-assistant.io einen Pi 4 oder Pi 5 mit mindestens 2 GB RAM. FĂŒr einen x86-Rechner verlangt die Installationsseite ein 64-Bit-System, das per UEFI bootet, mit abgeschaltetem Secure Boot. Mehr Mindestanforderungen stehen dort nicht.
In der Praxis entscheidet weniger die Rechenleistung als der Dauerbetrieb: Die Zentrale lÀuft 8.760 Stunden im Jahr, schreibt laufend Messwerte in ihre Datenbank und soll nach einem Stromausfall ohne Eingriff wieder hochkommen. Stromaufnahme, Speichermedium und Funkanbindung wiegen deshalb schwerer als Prozessortakt.
Vier Plattformen in einer Tabelle
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| Plattform | Wichtigste KenngröĂe | FĂŒr wen |
|---|---|---|
| Home Assistant Green | RK3566, 4 GB RAM, 32 GB eMMC, ca. 1,7 W Leerlauf | Einstieg ohne Bastelei, bis mittelgroĂe Installationen |
| Home Assistant Yellow | CM4, Zigbee-Funk an Bord, M.2-Slot, Produktion beendet | Wer schon eine hat |
| Raspberry Pi 5 | BCM2712 mit 2,4 GHz, 1 bis 16 GB RAM, PCIe 2.0 x1 | Wer Board, Netzteil und SSD selbst zusammenstellt |
| Mini-PC mit N100/N150 | 4 Kerne, 6 W Prozessor-Basisleistung, interne SSD | Viele GerÀte, lokale Sprachsteuerung, Kameras |
Home Assistant Green: das GerÀt ohne Bastelschritt
Laut Produktseite arbeitet im Green ein Rockchip RK3566 mit vier Cortex-A55-Kernen bei 1,8 GHz. Dazu kommen 4 GB LPDDR4X, 32 GB eMMC, Gigabit-Ethernet und zwei USB-2.0-Buchsen, die zusammen 5 V und 2 A liefern. Versorgt wird er ĂŒber einen Hohlstecker mit 12 V und 1 A. Home Assistant OS ist vorinstalliert, angeschlossen wird nur das Netzwerkkabel.
Der microSD-Slot dient beim Green ausschlieĂlich der Wiederherstellung, HDMI nur der Diagnose. Funk hat der Green nicht eingebaut. Zigbee oder Thread kommen ĂŒber einen USB-Funkstick dazu.
Die Grenze liegt beim Speicher: 32 GB eMMC sind fest verlötet. Wer lange Verlaufsdaten oder Kameraaufnahmen speichern will, lagert die Datenpartition auf eine USB-SSD aus. home-assistant.io beschreibt diesen Weg unter dem Stichwort externes Datenlaufwerk und weist darauf hin, dass USB-SSDs viel Strom ziehen können.
Home Assistant Yellow: Produktion beendet
Auf der Yellow-Produktseite steht heute sinngemĂ€Ă: Das GerĂ€t wird nicht mehr produziert, bekommt aber weiter Software-Updates. Die vormontierte Standard-Version wurde laut FAQ nach dem Start des Green 2023 nicht mehr gefertigt. FĂŒr den Neukauf spielt die Yellow damit keine Rolle mehr.
Wer eine besitzt, hat dagegen ein gut ausgestattetes GerĂ€t: Raspberry Pi Compute Module 4, Funkmodul Silicon Labs MGM210P mit Zigbee 3.0 ab Werk, M.2-Slot fĂŒr NVMe-SSDs von 2230 bis 2280 und Gigabit-Ethernet mit PoE+. Ein Wechsel lohnt sich nur, wenn RAM oder Rechenleistung tatsĂ€chlich ausgehen.

Raspberry Pi 5: was zum Board dazukommt
Der Pi 5 bringt laut Raspberry Pi einen BCM2712 mit vier Cortex-A76-Kernen bei 2,4 GHz mit, RAM in Stufen von 1, 2, 4, 8 und 16 GB, Gigabit-Ethernet und eine PCIe-2.0-x1-Schnittstelle. FĂŒr Home Assistant scheidet die 1-GB-Variante aus, weil home-assistant.io mindestens 2 GB fordert.
Zum Board kommen Netzteil, GehĂ€use mit KĂŒhlung und Speicher. Raspberry Pi spezifiziert die Versorgung mit 5 V und 5 A ĂŒber USB-C, home-assistant.io warnt ausdrĂŒcklich vor HandyladegerĂ€ten und USB-Ports am Computer. FĂŒr eine NVMe-SSD braucht der Pi 5 einen M.2-HAT als separates Zubehör. Am Ende steht ein GerĂ€t, das mehr Leistung hat als der Green, dich aber mehrere Teile auswĂ€hlen lĂ€sst, die zueinander passen mĂŒssen.
SD-Karte fĂŒr immer? Was die Hersteller wirklich schreiben
Verbreitet ist die Annahme, ein Raspberry Pi mit SD-Karte reiche dauerhaft. home-assistant.io empfiehlt fĂŒr den Pi eine Karte mit mindestens 32 GB, idealerweise Application Class 2, weil diese bei kleinen Lese- und Schreibzugriffen schneller arbeitet. Kleine Schreibzugriffe sind genau das, was eine Home-Assistant-Datenbank rund um die Uhr erzeugt.
Wie ernst die Entwickler das nehmen, zeigt die Release-Notiz zu Home Assistant OS 10: Das Betriebssystem ist schreibgeschĂŒtzt, die OS-Partitionen werden nur bei Updates beschrieben, das halte den VerschleiĂ des vorhandenen Speichers minimal, und das Speichermanagement wurde darauf getrimmt, Schreibzugriffe zu minimieren. Flash-Speicher verschleiĂt also mit jedem Schreibvorgang, und Home Assistant baut aktiv dagegen.
Bei der eigenen Hardware hat Nabu Casa sich entsprechend entschieden: Der Green bootet von eMMC, die SD-Karte bleibt Rettungsmedium. Die Yellow-Variante mit CM4 Lite verlangt eine NVMe-SSD. FĂŒr x86-Rechner nennt die Installationsseite SATA-SSD, M.2-SSD oder eMMC als ĂŒbliche Bootmedien.
Mini-PC mit Intel N100 oder N150
Mini-PCs dieser Klasse stammen von vielen Herstellern, deshalb hier als Kategorie. Laut Intel hat der N100 vier Kerne und vier Threads, bis 3,4 GHz Turbo und 6 W Prozessor-Basisleistung, unterstĂŒtzt bis 16 GB RAM und kam im ersten Quartal 2023. Der N150 aus dem ersten Quartal 2025 bietet ebenfalls vier Kerne bei 6 W, taktet aber bis 3,6 GHz.
Die 6 W beschreiben nur den Prozessor. RAM, SSD, LĂŒfter und Netzteil kommen dazu, die tatsĂ€chliche Aufnahme des GerĂ€ts steht im Datenblatt des jeweiligen Herstellers. Zwei PrĂŒfpunkte vor dem Kauf nennt home-assistant.io selbst: Das GerĂ€t muss per UEFI booten, und das Bootmedium muss logische 512-Byte-Sektoren unterstĂŒtzen. Manche NVMe-SSDs arbeiten nur mit 4K-Sektoren, davon bootet Home Assistant OS nicht.
Ein Mini-PC lohnt sich, wenn lokale Spracherkennung oder Kamera-Auswertung dazukommen. FĂŒr Lampen, Thermostate und Sensoren allein bleibt seine Leistung weitgehend ungenutzt.
Funk: Zigbee, Thread und Z-Wave per Stick
AuĂer der Yellow hat keine dieser Plattformen Smart-Home-Funk an Bord. Nabu Casa bietet dafĂŒr den Connect ZBT-2 mit Silicon-Labs-MG24-Chip an, Preisempfehlung 45 Euro. Er lĂ€uft entweder als Zigbee- oder als Thread-Adapter, beides gleichzeitig unterstĂŒtzt er nicht. Home Assistant empfiehlt, fĂŒr jedes Protokoll einen eigenen Adapter zu nutzen. Der VorgĂ€nger ZBT-1 ist eingestellt.
FĂŒr Z-Wave gibt es den Connect ZWA-2 mit 800er-Chip ZG23 fĂŒr 59 Euro Preisempfehlung. In Europa funkt er im Mesh auf 868,4 und 869,85 MHz, Z-Wave Long Range lĂ€uft parallel auf 864,0 und 866,0 MHz. Welchen Koordinator dein Zigbee-Netz braucht, erklĂ€rt der Artikel Zigbee-Coordinator erklĂ€rt.
Thread und Matter: braucht es einen eigenen Border Router?
Matter-GerĂ€te mit Thread erreichen Home Assistant ĂŒber einen Thread Border Router. Der ZBT-2 kann diese Rolle mit der OpenThread-Firmware ĂŒbernehmen, ist dann aber fĂŒr Zigbee belegt. Wer Zigbee und Thread nutzen will, braucht deshalb nach Herstellerangabe zwei Adapter, also 2 mal 45 Euro Preisempfehlung.
Steht im Haushalt bereits ein GerĂ€t aus der Apple- oder Google-Welt, das als Border Router arbeitet, kann Home Assistant dessen Thread-Netz mitnutzen. Wie die Rollen im Thread-Netz verteilt sind, beschreibt Thread Border Router erklĂ€rt. PrĂŒf diesen Punkt vor dem Kauf, er entscheidet, ob du einen oder zwei Funkadapter einplanst.
Stromkosten pro Jahr durchgerechnet
Ein Jahr hat 8.760 Stunden. Jedes Watt Dauerlast ergibt damit 8,76 kWh im Jahr. Rechne mit dem Arbeitspreis aus deiner eigenen Stromrechnung, hier beispielhaft 35 Cent pro kWh:
- Green im Leerlauf, 1,7 W: 14,9 kWh, rund 5,20 Euro im Jahr.
- Green unter Last, 3 W: 26,3 kWh, rund 9,20 Euro.
- GerÀt mit angenommenen 10 W Dauerlast: 87,6 kWh, rund 30,70 Euro.
Selbst bei angenommenen 10 W liegt die Differenz zum Green bei rund 25 Euro im Jahr. Bei der Wahl zwischen Green und Mini-PC entscheidet deshalb, was die Zentrale leisten soll, die Stromrechnung kaum. Wie du solche VerbrÀuche in Home Assistant selbst erfasst, zeigt Energieverbrauch visualisieren.
Woran du erkennst, welche Hardware zu deinem Haushalt passt
- Aufgaben festlegen: Nabu Casa positioniert den Green als EinstiegsgerĂ€t. Planst du Kameras mit Objekterkennung oder lokale Sprachsteuerung, spricht die Rechenleistung fĂŒr den Mini-PC.
- Vorhandene Zentralen prĂŒfen: Ein Bosch Smart Home Controller oder eine Hue Bridge bleibt oft im Netz und wird per Integration eingebunden, wie bei Bosch Smart Home. Das spart Funksticks.
- Funkbedarf festlegen: Zigbee, Thread und Z-Wave brauchen je einen eigenen Adapter. Das bestimmt die Zahl freier USB-Ports.
- Speicherbedarf schĂ€tzen: 32 GB eMMC reichen fĂŒr die Grundinstallation, nicht fĂŒr Videoaufzeichnungen.
Wenn die vorhandene Zentrale reicht
LĂ€uft Home Assistant heute langsam, liegt es oft an einer ĂŒbervollen Datenbank oder an einer einzelnen Integration, die viele ZustĂ€nde schreibt. Neue Hardware verschiebt dieses Problem nur. PrĂŒfe vorher, welche EntitĂ€ten den Verlauf fĂŒllen und ob sie ihn brauchen.
Auch ein Pi 4 mit 4 GB, der sauber lĂ€uft, braucht keinen Nachfolger. Ein Umstieg auf eine SSD als DatentrĂ€ger bringt laut home-assistant.io das gesamte System spĂŒrbar auf Tempo, weil Home Assistant Core und Apps auf der Datenpartition liegen. Das kostet weniger als ein neues GerĂ€t. Zentralen auĂerhalb von Home Assistant vergleicht Home Assistant vs openHAB.
Die passende Home-Assistant-Hardware nach Haushalt
Einstieg und mittelgroĂe Wohnung: Green plus ZBT-2, fertig in einer halben Stunde und mit dem geringsten Stromverbrauch. Bastler mit vorhandenem Pi 5: weiterverwenden, aber mit SSD statt SD-Karte fĂŒr die Daten. GroĂer Haushalt mit Kameras und lokaler Sprachsteuerung: Mini-PC mit N100 oder N150, UEFI und SSD mit 512-Byte-Sektoren. Yellow-Besitzer behalten ihr GerĂ€t, solange es Updates bekommt.
Quelle: home-assistant.io (Produktseiten Green, Yellow, Connect ZBT-2, Connect ZWA-2; Installationsanleitungen Raspberry Pi und Generic x86-64; Common Tasks OS; Release Home Assistant OS 10), raspberrypi.com (Raspberry Pi 5), intel.com (N100, N150). Preise: unverbindliche Preisempfehlungen laut home-assistant.io, Stand: Oktober 2026.
Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 1. November 2026.
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