Plex vs. Jellyfin: Welcher Medienserver fürs NAS?
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Plex und Jellyfin sind die zwei dominierenden Medienserver für NAS-Systeme, Plex mit dem ausgereiftesten Ökosystem und über 20 nativen Client-Apps, Jellyfin als komplett kostenlose Open-Source-Alternative mit wachsender Community und Hardware-Transcoding ohne Premium-Lizenz.
Plex vs. Jellyfin im Direktvergleich
Kernfunktionen:
- Vollständig selbst gehostet auf dem eigenen NAS ohne Cloud-Abhängigkeit oder externe Server
- Automatische Updates über Watchtower oder manuell per Docker Compose Pull möglich
- Zugriff über den Webbrowser von jedem Gerät im lokalen Netzwerk und optional von unterwegs
- Integration mit anderen Docker-Containern über gemeinsame Netzwerke und Volumes
- Persistente Datenspeicherung auf dem NAS-Volume, die Container-Neustarts und Updates überlebt
Plex vs. Jellyfin: Kosten und Lizenzmodell
Plex ist in der Grundversion kostenlos, aber einige Kernfunktionen stecken hinter dem Plex Pass (4,99 EUR/Monat, 39,99 EUR/Jahr oder 119,99 EUR einmalig). Ohne Plex Pass fehlt dir Hardware-Transcoding auf dem NAS, das heißt, dein Celeron J4125 muss 4K-HEVC per Software transkodieren und schafft dabei maximal einen gleichzeitigen Stream. Mit Plex Pass nutzt Plex die Intel Quick Sync GPU und transkodiert drei bis vier 4K-Streams parallel.
Jellyfin ist komplett kostenlos und Open Source unter GPL 2.0. Hardware-Transcoding über Intel Quick Sync oder NVIDIA ist ohne Bezahlschranke verfügbar. Du konfigurierst es unter Dashboard > Wiedergabe > Transcoding und wählst die verfügbare GPU aus. Auf einem Synology DS224+ mit Intel Celeron J4125 transkodiert Jellyfin mit aktiviertem Quick Sync zwei bis drei 4K-HEVC-Streams gleichzeitig, identisch zur Plex-Pass-Performance.
Client-Apps und Geräte-Kompatibilität
Plex hat native Apps für 25+ Plattformen: Apple TV, Fire TV, Roku, Android TV, PlayStation 4/5, Xbox Series X/S, Samsung Tizen, LG webOS, iOS und Android. Jede App sieht identisch aus und synchronisiert den Wiedergabefortschritt sofort zwischen Geräten. Du startest einen Film auf dem Fernseher und schaust auf dem iPad im Bett weiter, die Pausenposition überträgt sich in unter 3 Sekunden.
Jellyfin hat offizielle Apps für Android, Android TV, iOS und ein Web-Interface für den Browser. Für Apple TV, Fire TV und Roku existieren Community-Apps wie Swiftfin und Infuse (kostenpflichtig, 14,99 EUR einmalig). Die Qualität dieser Community-Apps schwankt. Swiftfin für Apple TV ist stabil und gut nutzbar, während die Roku-App noch als Beta gilt. Auf Samsung- und LG-TVs gibt es keine native Jellyfin-App, hier streamst du über den Browser oder per DLNA.
Vergleich auf Synology installieren
- Container Manager öffnen und im Bereich "Projekt" ein neues Projekt erstellen
- Projektname vergeben (z. B. "vergleich") und Pfad festlegen:
/volume1/docker/vergleich/ - Docker-Compose-YAML-Konfiguration einfügen mit dem Image vergleich-plex-jellyfin und den benötigten Volumes und Ports
- Umgebungsvariablen konfigurieren: Zeitzone (TZ=Europe/Berlin), Benutzer-IDs (PUID/PGID) und anwendungsspezifische Einstellungen
- Auf "Erstellen" klicken, der Container Manager lädt das Image herunter und startet den Container automatisch
- Weboberfläche aufrufen unter
http://NAS-IP:---und die Ersteinrichtung durchführen
Vergleich auf QNAP einrichten
- Container Station öffnen und unter "Erstellen" die Option "Docker Compose" wählen
- YAML-Konfiguration einfügen mit dem Image vergleich-plex-jellyfin
- Speicherpfad auf QNAP:
/share/Container/vergleich/ - Ports und Volumes konfigurieren, Container erstellen und starten
Hardware-Transcoding: Einrichtung und Voraussetzungen
Transcoding wird nötig, wenn dein Endgerät das Videoformat nicht nativ abspielen kann – ein älterer Smart-TV mit 4K-HEVC-Dateien zum Beispiel. Plex bietet Hardware-Transcoding über Intel Quick Sync, allerdings nur mit Plex Pass (Abo oder Lifetime für 120 Euro). Jellyfin unterstützt Hardware-Transcoding über die VA-API-Schnittstelle – komplett kostenlos.
Auf einer DS920+ mit Celeron J4125 schafft Quick Sync zwei gleichzeitige 4K-HEVC-Streams. Ohne Hardware-Transcoding gerät die CPU bereits bei einem einzelnen 4K-Stream an die Grenze. Prüfe in den Docker-Einstellungen, dass der Container Zugriff auf das Device /dev/dri hat.
Bibliotheken richtig organisieren
Sowohl Plex als auch Jellyfin erwarten eine saubere Ordnerstruktur für automatische Metadaten-Zuordnung. Für Filme: Ein Ordner pro Film mit dem Schema Filmname (Jahr)/Filmname (Jahr).mkv. Für Serien: Serienname/Season 01/Serienname S01E01.mkv. Halte dich exakt an dieses Schema, und beide Server erkennen 95 Prozent der Medien automatisch mit Cover, Beschreibung und Bewertung.
Ein häufiger Fehler: Alle Filme lose in einen Ordner werfen. Das funktioniert bei 20 Filmen, aber ab 200 verliert der Medienscanner den Überblick. Investiere die 30 Minuten für eine saubere Ordnerstruktur am Anfang – das spart dir später stundenlange Korrekturen.
Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 14. Juni 2026.
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