Synology Photos einrichten: Google Fotos Alternative auf dem NAS
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Google Fotos komprimiert hochgeladene Bilder seit Juni 2021 und zählt jeden einzelnen Upload auf das 15-GB-Gratiskontingent an, wer mehr Speicher braucht, zahlt ab 29,99 EUR pro Jahr für 100 GB oder 99,99 EUR für 2 TB. Synology Photos bietet dieselbe Kernfunktionalität komplett kostenlos: volle Originalauflösung ohne jede Komprimierung, KI-basierte Gesichtserkennung, automatischer Smartphone-Upload im Hintergrund und geteilte Alben für die Familie, alles lokal auf deinem NAS, ohne monatliche Kosten und ohne Datenweitergabe an Dritte.
Was Synology Photos kann, vollständiger Feature-Überblick
- KI-basierte Gesichtserkennung: Erkennt Personen automatisch und gruppiert sie in Personenalben, die gesamte Erkennung läuft lokal auf dem NAS-Prozessor, keine einzige Bilddatei verlässt dein Netzwerk
- Objekt- und Szenen-Erkennung: Automatische Tags wie Strand, Berg, Essen, Tier, Blume, Fahrzeug, durchsuchbar über die integrierte Suchleiste
- Timeline-Ansicht: Chronologische Darstellung nach Aufnahmedatum, mit optionaler Kartenansicht basierend auf EXIF-GPS-Daten deiner Fotos
- Automatischer Smartphone-Upload: Fotos und Videos vom iPhone und Android werden im Hintergrund aufs NAS synchronisiert, auch bei gesperrtem Bildschirm
- Geteilte Alben und Freigabelinks: Alben mit Familienmitgliedern teilen (jeder braucht ein NAS-Konto) oder passwortgeschützte Links für externe Personen erstellen
- Persönlicher und gemeinsamer Bereich: Jeder DSM-Benutzer hat einen privaten Fotobereich, zusätzlich gibt es einen gemeinsamen Familienbereich für geteilte Erinnerungen
- Duplikat-Erkennung: Findet und markiert doppelte Fotos für einfache Bereinigung
- RAW-Datei-Support: Zeigt RAW-Dateien (CR2, NEF, ARW, DNG etc.) mit Vorschau an, das Original bleibt unverändert
- Live-Fotos und Videos: iPhone Live Photos und Videos aller gängigen Formate werden unterstützt
Voraussetzungen: Welche NAS-Modelle funktionieren?
Synology Photos läuft auf allen aktuellen Synology-NAS-Modellen mit DSM 7.0 oder höher. Die KI-gestützte Gesichtserkennung und Objekt-Erkennung erfordern allerdings ein Modell mit x86-Prozessor (Intel oder AMD), ARM-basierte Einstiegsmodelle wie die DS120j oder DS223j unterstützen nur Basis-Funktionen ohne jegliche KI-Features.
| NAS-Modell | CPU | Gesichtserkennung | Performance-Einschätzung |
|---|---|---|---|
| Synology DS224+ | Intel Celeron J4125 | Ja, voll | Gut für bis zu 50.000 Fotos, Indexierung ~8–12 h für 30k Fotos |
| Synology DS423+ | Intel Celeron J4125 | Ja, voll | Gut für 50.000–100.000 Fotos, mehr RAM nachrüstbar |
| Synology DS723+ | AMD Ryzen R1600 | Ja, voll | Sehr gut, schnellste Indexierung aller Consumer-Modelle |
| Synology DS1522+ | AMD Ryzen R1600 | Ja, voll | Optimal für große Bibliotheken mit 100.000+ Fotos |
| DS120j / DS223j | ARM (Marvell/Realtek) | Nein | Nur Basisverwaltung, kein KI, langsame Thumbnails |
Einrichtung Schritt für Schritt, von der Installation bis zum ersten Foto
1. Synology Photos installieren und aktivieren
Öffne das DSM Paketzentrum, suche nach Synology Photos und klicke auf Installieren. Die App wird automatisch konfiguriert und legt für jeden DSM-Benutzer einen persönlichen Fotobereich unter /home/Photos/ an. Die Installation dauert nur wenige Sekunden.
2. Gemeinsamen Bereich für die Familie aktivieren
Unter Synology Photos → Einstellungen → Gemeinsamer Bereich aktivierst du den geteilten Familienbereich. Fotos in diesem Bereich sind für alle berechtigten Benutzer sichtbar und liegen im Ordner /photo/. Ideal für Familienfotos, Urlaubsalben und gemeinsame Sammlungen. Du kannst einzelnen Benutzern Lese- oder Schreibrechte zuweisen.
3. Smartphone-App einrichten (iOS und Android)
- Lade die App Synology Photos aus dem Apple App Store oder Google Play Store herunter (kostenlos)
- Melde dich mit deiner NAS-Adresse (lokale IP wie 192.168.1.100, QuickConnect-ID oder eigene Domain) und deinem DSM-Benutzerkonto an
- Aktiviere unter App-Einstellungen → Foto-Backup den automatischen Upload
- Wähle, ob nur neue Fotos oder auch Videos gesichert werden sollen, Videos belegen deutlich mehr Speicher
- Optional: Upload nur über WLAN aktivieren, um mobile Daten zu schonen (empfohlen)
- Festlegen, ob Fotos in den persönlichen oder gemeinsamen Bereich hochgeladen werden sollen
4. Gesichtserkennung aktivieren und Personen zuordnen
Unter Synology Photos → Einstellungen → Erweitert → Gesichtserkennung aktivieren. Die initiale Indexierung einer Bibliothek mit 30.000 Fotos dauert auf einem DS224+ ca. 8–12 Stunden, auf einem DS723+ (AMD Ryzen) nur 4–6 Stunden. Danach findest du unter dem Tab Personen automatisch erkannte Gesichter, die du mit Namen versehen kannst. Die Erkennungsqualität verbessert sich mit jeder manuellen Bestätigung oder Korrektur, nach 50–100 bestätigten Gesichtern pro Person wird die Erkennung sehr zuverlässig.
Synology Photos vs. Google Fotos: Detaillierter Feature-Vergleich
| Feature | Synology Photos | Google Fotos |
|---|---|---|
| Speicherplatz | Unbegrenzt (NAS-Kapazität) | 15 GB gratis, dann ab 29,99 EUR/Jahr |
| Originalqualität | Immer, keine Komprimierung | Nur mit Google One Abo (ab 2 TB) |
| Gesichtserkennung | Ja (lokal auf NAS, kein Cloud) | Ja (Google Cloud, sehr stark) |
| Objekt-/Szenen-Erkennung | Ja (lokal, solide Qualität) | Ja (Google KI, deutlich besser) |
| Auto-Upload Smartphone | Ja (WLAN/mobil, Hintergrund) | Ja (WLAN/mobil, Hintergrund) |
| RAW-Support | Ja (Vorschau + Original) | Begrenzt (nur bestimmte Formate) |
| Datenschutz | Daten auf deinem NAS zu Hause | Google-Server (USA/Irland) |
| Suchqualität | Gut (Personen, Orte, Tags) | Sehr gut (Google KI überlegen) |
| Video-Bearbeitung | Nein | Ja (Basisfunktionen) |
| Erinnerungen/Rückblicke | Ja (seit DSM 7.2) | Ja (sehr ausgereift) |
Ordnerstruktur und Organisation auf dem NAS
Synology Photos unterscheidet klar zwischen zwei Speicherbereichen mit unterschiedlichen Zugriffspfaden:
- Persönlicher Bereich:
/homes/[Benutzername]/Photos/, nur für den jeweiligen DSM-Benutzer sichtbar. Smartphone-Uploads landen standardmäßig hier in einem Unterordner nach Upload-Datum. - Gemeinsamer Bereich:
/photo/, für alle berechtigten Benutzer zugänglich. Ideal als zentrales Familien-Fotoarchiv, zugänglich über SMB, WebDAV und die Synology Photos App.
/photo/2024/, /photo/2025/ und innerhalb nach Anlass oder Monat. Synology Photos zeigt trotzdem alles in einer chronologischen Timeline an, die Ordnerstruktur dient der Organisation auf Dateisystem-Ebene und erleichtert spätere manuelle Backups oder Exports.
Migration von Google Fotos: So ziehst du um
- Google Takeout nutzen: Unter takeout.google.com deine gesamte Google-Fotos-Bibliothek als ZIP-Dateien exportieren, das dauert je nach Bibliotheksgröße mehrere Stunden bis Tage
- ZIP-Dateien entpacken: Google exportiert Fotos und zugehörige JSON-Metadaten (Datum, GPS, Beschreibung) in getrennten Dateien
- EXIF-Daten zusammenführen: Das Open-Source-Tool
google-photos-exif(GitHub) bettet die Metadaten aus den JSON-Dateien zurück in die EXIF-Daten der Fotos ein, so bleiben Aufnahmedatum und GPS-Koordinaten in Synology Photos erhalten - Fotos aufs NAS kopieren: Per SMB-Netzwerkfreigabe (schnellste Methode), Synology Drive Client oder über den DSM Datei-Manager in den gewünschten Photos-Ordner hochladen
- Indexierung abwarten: Synology Photos indexiert neue Fotos automatisch, bei 50.000 Fotos dauert die vollständige Indexierung inklusive Gesichtserkennung auf einem DS224+ ca. 16–24 Stunden
Performance-Tipps für große Fotobibliotheken (50.000+ Fotos)
- M.2 NVMe Cache nachrüsten: Eine 500-GB-NVMe-SSD (z. B. Crucial P3 Plus, ca. 40 EUR) als Lese-Cache beschleunigt die Thumbnail-Generierung und das Scrollen durch die Timeline erheblich, spürbar ab 20.000 Fotos
- RAM auf Maximum aufrüsten: Mehr Arbeitsspeicher verbessert die Indexierungsgeschwindigkeit und die Reaktionszeit bei Suchen in großen Bibliotheken drastisch, auf dem DS224+ von 2 GB auf 6 GB für ca. 25 EUR
- Thumbnail-Qualität konfigurieren: Unter Einstellungen → Erweitert → Konvertierungseinstellungen die Thumbnail-Größe und -Qualität an deine Bedürfnisse anpassen, höhere Qualität = mehr Speicher, aber schärfere Vorschauen
- HEIC/HEIF-Support: iPhone-Fotos im HEIC-Format werden automatisch für die Browser-Vorschau in JPEG konvertiert, das Original im HEIC-Format bleibt dabei unverändert auf dem NAS
- Regelmäßige Neuindexierung: Nach großen Imports oder OS-Updates kann eine manuelle Neuindexierung (Einstellungen → Erweitert → Neu indizieren) die Suchqualität verbessern
Veröffentlicht durch die SmartHomePraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 30. Juni 2026.
Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.
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